Apollontempel Rhodos: Das antike Herzstück von Monte Smith

Hoch oben auf der Akropolis von Rhodos, auf dem Hügel Monte Smith, steht der pythische Apollontempel – ein teilweise rekonstruiertes dorisches Heiligtum aus dem 3.–2. Jahrhundert v. Chr. Der Eintritt ist frei, die Anlage jederzeit zugänglich, und der Ausblick über die Ägäis ist schlicht atemberaubend.

Fakten im Überblick

Lage
Akropolis von Rhodos, Monte Smith (Agios-Stephanos-Hügel), Rhodos-Stadt
Anfahrt
15–20 Minuten zu Fuß oder kurze Taxifahrt von der Altstadt Rhodos; saisonaler Busservice in die Monte-Smith-Gegend
Zeitbedarf
45–90 Minuten für die gesamte Akropolisanlage
Kosten
Eintritt frei
Am besten für
Geschichtsbegeisterte, Sonnenuntergang-Fans, Fotografen, Frühaufsteher
Ruinen des Apollontempels in Rhodos mit drei stehenden dorischen Säulen, umgeben von Steinfundamenten und spärlichem Grün unter klarem blauem Himmel.
Photo Bernard Gagnon (CC BY-SA 3.0) (wikimedia)

Was du hier siehst: Der Tempel im Kontext

Der Apollontempel, offiziell als Pythischer Apollontempel (Ναός Απόλλωνος) bekannt, steht auf der nördlichen Terrasse der Akropolis von Rhodos auf dem Hügel Monte Smith – etwa 1,5 Kilometer westlich des historischen Zentrums von Rhodos-Stadt. Was heute davon übrig ist, wirkt fragmentarisch, aber beeindruckend: eine Gruppe wiederaufgestellter Säulentrommeln und Architekturelemente, angeordnet auf einer rechteckigen Steinplattform aus blassem Kalkstein. Es ist keine vollständige Säulenhalle, und sie soll auch nicht wie eine moderne Restaurierung wirken. Was du siehst, ist ehrliche Archäologie – keine inszenierte Rekonstruktion.

Der Tempel stammt aus der hellenistischen Epoche, grob datiert ins 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr., als die Stadt Rhodos zu den mächtigsten Handelszentren im östlichen Mittelmeer zählte. Er wurde im dorischen Stil errichtet, der für seinen bürgerlichen Ernst bekannt ist, und war Apollo Pythios geweiht – dem orakelgebenden Aspekt Apollons, der mit Delphi verbunden wird. Diese Widmung zeigt, wie ernst die Rhodier ihre kulturelle Verbundenheit mit der griechischen Festlandtradition nahmen, obwohl sie sich längst in ihrer eigenen kosmopolitischen Welt bewegten.

ℹ️ Gut zu wissen

Der Apollontempel ist Teil der weitläufigen archäologischen Anlage der Akropolis von Rhodos, zu der auch ein restauriertes antikes Stadion, ein kleines Theater (Odeon) und die Grundmauern eines Gymnasiums gehören. Plane extra Zeit ein, wenn du den gesamten Hügel erkunden möchtest.

Geschichte: Ausgrabung, Krieg und behutsame Rekonstruktion

Die neuere Geschichte des Tempels beginnt im frühen 20. Jahrhundert. Italienische Archäologen legten während der italienischen Besatzung des Dodekanes zwischen 1912 und 1945 den Hügel Monte Smith frei. Die Italiener hatten ein besonderes Interesse daran, imperiale Legitimität durch klassische Archäologie zu demonstrieren, und Monte Smith wurde eines ihrer Hauptprojekte. Vieles, was heute sichtbar ist – darunter die freigelegten Terrassen und die Neupositionierung von Architekturteilen – geht auf Entscheidungen aus dieser Zeit zurück.

Die Anlage erlitt im Zweiten Weltkrieg und in den turbulenten Jahren der Mitte des 20. Jahrhunderts erhebliche Schäden. 1996 folgte eine bedeutende Restaurierungsmaßnahme: Griechische Archäologiebehörden richteten mehrere Säulentrommeln nach der Anastylose-Methode wieder auf – also durch Wiederzusammenfügen originaler Steinelemente in ihrer vermuteten ursprünglichen Position, ohne neues Material einzuführen. Das Ergebnis ist architektonisch aufrichtig: Du siehst genau, welche Steine antik sind und wohin sie gehören – ohne eine glänzende Nachschöpfung, die die Lücken verdeckt.

Wer mehr über das antike Rhodos als Stadtstaat erfahren möchte, findet im Geschichtsführer zu Rhodos nützliche Hintergrundinformationen – der Schwerpunkt liegt dort allerdings auf dem Mittelalter. Die vormittelalterlichen Schichten der Insel reichen deutlich tiefer.

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Das Erlebnis zu verschiedenen Tageszeiten

Der frühe Morgen ist die lohnendste Zeit für einen Besuch des Apollontempels. Um 7 Uhr ist der Hügel fast vollständig menschenleer. Die Luft trägt einen leichten Duft von wildem Thymian und trockenem Gras, das Licht ist tief und golden, und die Säulentrommeln werfen lange Schatten über die Steinterrasse. Ohne Reisegruppen oder Stadtlärm von unten lässt sich das Ausmaß der antiken Anlage auf eine Weise erfassen, die bei Betrieb schlicht nicht möglich ist.

Ab dem späten Vormittag, besonders zwischen Mai und September, bevölkern Spaziergänger und Jogger die Hügelpfade, und gelegentlich treffen Reisegruppen von den im Hafen anliegenden Kreuzfahrtschiffen ein. Die Anlage selbst bleibt im Vergleich zur Altstadt ruhig, doch das Gefühl der Einsamkeit schwindet. Die Mittagshitze im Sommer ist auf diesem exponierten, baumlosen Hügel erheblich – auf der Kalksteinterrasse steigen die Temperaturen zwischen 12 und 15 Uhr regelmäßig auf über 35 °C. Ohne Schatten wird es schnell unangenehm.

Der späte Nachmittag und Sonnenuntergang bringen eine ganz andere Qualität mit sich. Die westliche Ausrichtung von Monte Smith bedeutet, dass der Tempel das letzte Licht direkt auffängt. Der helle dorische Stein wechselt von Weiß zu Bernstein und schließlich zu tiefem Ocker, während die Sonne Richtung ägäischem Horizont sinkt. Der Blick von der Terrasse zu dieser Stunde – westwärts übers Wasser zur verschwommenen türkischen Küste – gehört zu den schönsten kostenlosen Panoramen der Insel. Bring Wasser mit, trag Sonnencreme und komm mindestens 45 Minuten vor Sonnenuntergang, um dich in Ruhe einzurichten.

💡 Lokaler Tipp

Sonnenaufgangsbesuche sind hier wirklich außergewöhnlich. Die Anlage hat kein Tor und keine Schließzeit – frühe Ankünfte sind also problemlos möglich. Verbinde den Sonnenaufgangs-Spaziergang danach mit einem Kaffee in einem der Cafés am Fuß des Hügels.

Die Anlage erkunden: Ein praktischer Rundgang

Die Akropolis von Rhodos ist über mehrere Pfade erreichbar, die sich durch die Wohnstraßen am westlichen Rand von Rhodos-Stadt nach oben schlängeln. Der direkteste Weg von der Altstadt führt die Diagoridon-Straße entlang und dann durch ein ruhiges Viertel mit Wohnhäusern und kleinen Gärten. Der Spaziergang dauert bei gemäßigtem Tempo 15 bis 20 Minuten, mit einem gleichmäßig ansteigenden Abschnitt auf einem Erd- und Steinpfad am Ende. Es gibt keine Kassenhäuschen, keine Drehkreuze und kein Personal, das den Eingang kontrolliert.

Die Tempelterrasse liegt im nördlichen Teil des Hügelplateaus. Vom Hauptzugangsweg aus passierst du in der Regel zuerst das rekonstruierte antike Stadion – eine lange, schmale Bahn mit teilweise restaurierten Sitzreihen – bevor du zum Tempel darüber gelangst. Das Stadion allein ist einen kurzen Stopp wert: Es ist eine der wenigen antiken griechischen Sportstätten in der Ägäis, auf deren originalem Bahnbelag du stehen kannst.

Das gesamte archäologische Areal auf Monte Smith wird manchmal schlicht als Akropolis von Rhodos bezeichnet, und der Tempel ist sein markantestes sichtbares Element. Plane mindestens 45 Minuten ein, wenn du die gesamte Anlage ablaufen möchtest, einschließlich Stadion und der Überreste des Odeons am Südhang.

Das richtige Schuhwerk ist hier wichtig. Das Gelände ist uneben, mit losen Steinen, blankem Fels und niedrigem Gestrüpp. Sandalen sind bei trockenen Bedingungen zumutbar, aber feste Schuhe geben dir auf den steileren Pfaden mehr Sicherheit. Die Anlage ist nicht rollstuhlgerecht – Hang und Felsuntergrund machen das faktisch unmöglich. Besucher mit eingeschränkter Mobilität kommen auf den unteren Pfaden rund um das Stadion noch gut zurecht, aber die Tempelterrasse selbst erfordert das Überwinden von Stufen und unebenem Stein.

Hinweise für Fotografen

Der Apollontempel sieht am besten im frühen Morgenlicht oder in der Stunde vor Sonnenuntergang aus, wenn das gerichtete Licht den Säulentrommeln Tiefe und Textur verleiht. Mittags flacht die senkrechte Sonne die Steinoberfläche ab und lässt die Ruinen ausgebleicht statt dramatisch wirken. Wer ein umfangreicheres Fotoprogramm auf Rhodos plant, findet im Rhodos Fotoguide detaillierte Informationen zu Zeiten und Locations auf der ganzen Insel.

Für den Blick aufs westliche Meer eignet sich vom Terrassenrand des Tempels eine klassische Weitwinkelkomposition. Die Säulenfragmente selbst lassen sich mit einer leicht niedrigeren Kameraposition sauber gegen den Himmel fotografieren. Rund um die rekonstruierten Säulen gibt es weder Absperrseile noch Barrieren, was enge Bildausschnitte ermöglicht – geh aber sorgfältig mit den Steinen um, denn es handelt sich um originales antikes Material.

Ehrliche Einschätzung: Was dich erwartet

Der Apollontempel ist kein vollständig erhaltenes Monument. Wer etwas wie den Parthenon in Athen oder die gut erhaltenen Tempelreihen in Agrigent auf Sizilien erwartet, wird ihn vergleichsweise bescheiden finden. Nur eine Handvoll Säulen wurde wiederaufgerichtet, und weite Teile der Plattform bestehen aus blanken Fundamentsteinen. Der Wert liegt hier mehr in der Atmosphäre und im Kontext als im Spektakulären: Du stehst auf dem heiligen Hochpunkt einer der reichsten Städte der Antike und schaust auf echtes hellenistisches Steinwerk in situ.

Wer ein vollständigeres antikes Erlebnis auf der Insel sucht, sollte auch einen Ausflug zur Akropolis von Lindos einplanen, wo auf einem dramatischen Küstenfelsen ein deutlich größeres dorisches Tempelensemble erhalten ist. Dort wird Eintritt erhoben und der Aufstieg ist körperlich anspruchsvoller, aber die architektonischen Überreste sind weitaus umfangreicher.

Reisende, die in erster Linie auf Shopping, Strände oder Nachtleben aus sind, werden Monte Smith wahrscheinlich wenig fesseln. Der Hügel bietet Geschichte, Aussicht und Ruhe – und das ist sein gesamtes Angebot. Es gibt kein Café, kein Museumsgebäude, keinen Souvenirladen und am Tempel selbst keine nennenswerte Beschilderung. Komm mit eigenem Vorwissen – oder lies dich vorher ein.

Anfahrt und praktische Hinweise

Von der Altstadt Rhodos dauert der Fußweg nach Monte Smith etwa 15 bis 20 Minuten in westlicher Richtung. Taxis von der Altstadt oder der Neustadt Rhodos sind für diese kurze Strecke günstig. Saisonale Lokalbusse fahren in die Monte-Smith-Gegend, aber die Fahrpläne ändern sich von Jahr zu Jahr – aktuelle Routen am besten vor Ort erfragen. Ein Auto oder Roller ist für dieses einzelne Ziel nicht nötig, auch wenn beides in Rhodos-Stadt problemlos mietbar ist, falls du den Besuch mit einem Ausflugstag über die Insel verbindest.

Es gibt keine Eintrittsgebühr und keine Reservierungspflicht. Die Anlage hat keine offizielle Schließzeit und ist tagsüber uneingeschränkt zugänglich. Bring dein eigenes Wasser mit – auf dem Hügel gibt es keinerlei Einrichtungen. Die nächsten Versorgungsmöglichkeiten befinden sich in den Wohnstraßen am Fuß von Monte Smith.

⚠️ Besser meiden

Im Sommer den Mittagsbesuch ohne Wasser und Sonnenschutz zu wagen ist keine gute Idee. Der Hügel ist komplett ungeschützt, die Steinoberflächen strahlen Hitze ab, und an der Tempelterrasse gibt es keinen Schatten. Zwischen 11 und 16 Uhr im Juli und August ist Hitzschlag eine reale Gefahr.

Insider-Tipps

  • Komm bei Sonnenaufgang oder in der letzten Stunde vor Einbruch der Dunkelheit. Das Licht auf den dorischen Säulen zu diesen Zeiten ist den frühen Start oder das genaue Timing absolut wert.
  • Kombiniere den Tempel mit dem antiken Stadion direkt darunter – die Laufbahn ist begehbar, meist menschenleer, und gibt dem Hügelbesuch deutlich mehr Struktur als der Tempel allein.
  • Bring einen ausgedruckten oder heruntergeladenen Artikel über das hellenistische Rhodos mit. Erklärungstafeln gibt es vor Ort kaum – wer Hintergrundwissen mitbringt, hat deutlich mehr davon.
  • Die westliche Terrasse des Hügels bietet einen der schönsten Sonnenuntergänge über der Ägäis in Rhodos-Stadt, ohne die Menschenmassen am Mandraki-Hafen. Als Sonnenuntergangs-Spot ist sie kaum bekannt – und damit angenehm ruhig.
  • Trag feste Schuhe, besonders wenn du die raueren Pfade rund um Stadion und Odeon erkunden willst. Auf der Hauptterrasse kommt man auch mit Sandalen zurecht, aber das umliegende Gelände ist steinig und uneben.

Für wen ist Apollontempel geeignet?

  • Geschichts- und Archäologiebegeisterte, die Ruinen im unrestaurierten, authentischen Zustand schätzen
  • Fotografen auf der Suche nach Goldstunden-Motiven abseits des Trubels
  • Frühaufsteher, die einen ruhigen Spaziergang mit Aussicht wollen, bevor die Altstadt erwacht
  • Wanderer, die Monte Smith mit einer ausgedehnten Morgenrunde durch Rhodos-Stadt verbinden
  • Reisende, die das antike Rhodos jenseits der mittelalterlichen Mauern der Altstadt entdecken möchten

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Rhodos Neustadt:

  • Akropolis von Rhodos

    Auf dem Hügel Monte Smith, etwa 3 km südwestlich des Stadtzentrums, liegt die Akropolis von Rhodos – ein archäologisches Freiluftgelände aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Zu sehen sind der teilweise rekonstruierte Apollon-Tempel, ein 210 Meter langes hellenistisches Stadion, ein Odeon und ein weiter Blick über die Ägäis. Der Eintritt ist frei, der Andrang gering – und die Anlage vermittelt ein echtes Gefühl für das antike Rhodos, das die mittelalterliche Altstadt schlicht nicht bieten kann.

  • Antikes Stadion von Rhodos

    Das antike Stadion von Rhodos liegt auf dem Monte-Smith-Hügel, als Teil des größeren Akropolis-Komplexes von Rhodos. Es stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und war Austragungsort der Haleion-Spiele zu Ehren des Helios. Der Eintritt ist frei, die Aussicht beeindruckend – und das Gelände ist deutlich ruhiger als die mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

  • Koloss von Rhodos (Historische Stätte)

    Als eines der Sieben Weltwunder der Antike war der Koloss von Rhodos eine 33 Meter hohe Bronzestatue des Sonnengottes Helios, errichtet zum Dank für einen bedeutenden Militärsieg. Heute ist keine physische Spur mehr davon übrig – aber wer die Geschichte kennt, sieht den Hafen, die Stadt und Rhodos mit ganz anderen Augen.

  • Elli Beach

    Elli Beach erstreckt sich über 400 Meter an der nördlichen Spitze von Rhodos-Stadt, zwischen dem Hafen Mandraki und dem Aquarium von Rhodos. Mit kostenlosem Eintritt, Wassersport, Strandbar und klarem Ägäiswasser ist er das urbane Strandzentrum der Insel. Kein einsamer Traumstrand – aber für Lage und Charakter kommt kaum ein anderer Stadtstrand heran.