Stureplan & Sturegallerian: Stockholms exklusives Herz in Östermalm
Stureplan ist das symbolische Zentrum von Stockholms wohlhabendstem Viertel – geprägt vom Betonschirm Svampen und der Sturegallerian. Mit über 60 Geschäften, dem historischen Sturebadet-Spa und einigen der beliebtesten Nachtclubs der Stadt zieht der Platz Mittagsgäste genauso an wie Nachtschwärmer.
Fakten im Überblick
- Lage
- Stureplan 4, 114 35 Stockholm (Östermalm)
- Anfahrt
- U-Bahn Östermalmstorg (2 Min. zu Fuß); U-Bahn Kungsträdgården (8 Min. zu Fuß)
- Zeitbedarf
- 1–3 Stunden, je nach Shopping- oder Essensplan
- Kosten
- Platz und Galleria kostenlos; einzelne Geschäfte und das Sturebadet-Spa separat berechnet
- Am besten für
- Shopping, People-Watching, gehobene Gastronomie, Nightlife, skandinavisches Design
- Offizielle Website
- www.sturegallerian.se

Was ist der Stureplan eigentlich?
Der Stureplan ist ein öffentlicher Platz im Stockholmer Stadtteil Östermalm. Eine große europäische Piazza ist er nicht: keine Brunnen, keine Denkmäler, keine weitläufige Symmetrie. Was ihn definiert, ist ein gedrungenes Betondach namens Svampen – Schwedisch für 'der Pilz' –, das seit den 1930er Jahren als Regenunterstand und Treffpunkt auf dem Platz steht. Alles andere – die Bar-Terrassen, die Taxischlange, die Parade gut gekleideter Stockholmer – ist um ihn herum gewachsen.
Seit der Umgestaltung in den 1980er Jahren, die den Platz neu erfand und die Sturegallerian entstehen ließ, hat der Stureplan in Schweden eine ganz eigene kulturelle Bedeutung. Er wurde zum Synonym für Wohlstand, Exklusivität und einen bestimmten Stockholmer Lifestyle-Ehrgeiz. Dieser Ruf hält sich bis heute – obwohl die Realität heute offener ist: Der Platz steht allen offen, die Galleria kostet keinen Eintritt, und der Kaffee in den Hof-Cafés kostet ungefähr gleich viel wie anderswo im Stadtzentrum.
💡 Lokaler Tipp
Svampen ('der Pilz') ist der klassische Treffpunkt der Einheimischen. Wer in Stockholm sagt 'wir treffen uns am Svampen', meint das Betondach in der Mitte des Stureplandplatzes.
In der Sturegallerian: die Galleria von innen
Die Sturegallerian entstand zwischen 1986 und 1990, indem eine klimageschützte Einkaufsgalleria durch die Innenhöfe und Erdgeschosse mehrerer Gebäude im Block Sperlingens Backe gezogen wurde. Das Ergebnis ist ein 13.000 Quadratmeter großes Innenkomplex, das sich vom Stureplan-Eingang bis zur Grev Turegatan 11 erstreckt. Anders als ein typisches Einkaufszentrum am Stadtrand wirkt es eher wie eine Abfolge verbundener Gänge als wie ein einziges großes Atrium – je nach Tageszeit fällt das Tageslicht aus unterschiedlichen Winkeln herein.
Rund 60 Geschäfte, Restaurants, Cafés und Nachtclubs teilen sich den Raum. Das Angebot im Einzelhandel tendiert zu skandinavischen Modelabels, internationaler Kosmetik und hochwertigen Accessoires – passend zum Einkommensprofil des Viertels. Die gastronomischen Optionen reichen von schnellen Mittagsplätzen, die bei Büroangestellten aus der Umgebung beliebt sind, bis hin zu Restaurants, die auch Abendgäste aus der ganzen Stadt anziehen.
Die Galleria ist montags bis freitags von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, samstags von 10:00 bis 17:00 Uhr und sonntags von 12:00 bis 17:00 Uhr – wobei einzelne Mieter eigene Öffnungszeiten haben können. Wenn du gezielt ein Restaurant oder die Östermalm-Markthalle in der Nähe besuchen möchtest, prüfe die Öffnungszeiten direkt beim jeweiligen Anbieter – sie können saisonal variieren.
Sturebadet: die verborgene Ebene darunter
Versteckt im Inneren der Sturegallerian befindet sich das Sturebadet – ein Spa und Fitnesscenter, das an dieser Adresse in verschiedenen Formen seit 1885 betrieben wird. Das ursprüngliche Badehaus ist um ein Jahrhundert älter als die Galleria, und die heutige Version bewahrt die prachtvoll gestaltete Badehaus-Architektur des späten 19. Jahrhunderts und ergänzt sie um moderne Spa-Einrichtungen. Der Eintritt wird separat berechnet, und für viele Leistungen ist eine Voranmeldung erforderlich.
Wer sich generell für Stockholms Spa-Kultur interessiert, findet im Stockholm-Spa-Guide das Sturebadet zusammen mit mehreren anderen Optionen in der ganzen Stadt – darunter Alternativen auf Inseln, die eine völlig andere Atmosphäre bieten.
Wie sich der Stureplan im Laufe des Tages verändert
Morgens ist der Platz auf eine Weise ruhig, die Erstbesucher überrascht. Die Außenterrassen werden gerade aufgebaut, die Taxis sind größtenteils verschwunden, und das Licht auf den Fassaden der umliegenden Gebäude aus dem 19. Jahrhundert ist am klarsten. Ein guter Moment, um Svampen und den Platz ohne Menschenmassen zu fotografieren – und um die architektonische Mischung zu entdecken: Jugendstil-Details an älteren Gebäuden treffen auf kommerzielle Fassaden des 20. Jahrhunderts.
Zur Mittagszeit (grob zwischen 11:30 und 13:30 Uhr an Wochentagen) strömen Büroangestellte aus Östermalm und den umliegenden Geschäftsstraßen auf den Platz. Die Cafés in der Galleria füllen sich schnell, und die Außenterrassen werden bei gutem Wetter zum begehrten Gut. Wer hier essen möchte, ist gut beraten, vor 12 Uhr oder nach 13 Uhr zu kommen – das macht einen spürbaren Unterschied.
Am frühen Abend an Wochenenden verwandelt sich der Stureplan in etwas, das seinem kulturellen Ruf näherkommt. Die Bar- und Restaurantterrassen rund um den Platz füllen sich ab etwa 18 Uhr stetig, und gegen 22 Uhr bilden sich vor dem Nachtclub Sturecompagniet und anderen nahegelegenen Locations Schlangen, die sich die umliegenden Straßen entlang ziehen können. Das Publikum zu dieser Stunde ist überwiegend jung und einheimisch – gekleidet mit der lässigen Präzision, die den Stockholmer Nightlife-Stil ausmacht.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Stureplan ist einer der zentralen Nightlife-Hotspots Stockholms, mit dem Sturecompagniet als einem der bekanntesten Clubs der Stadt. An Freitag- und Samstagabenden ab etwa 22 Uhr ist mit Warteschlangen vor beliebten Locations zu rechnen.
Anreise und Orientierung vor Ort
Die direkteste U-Bahn-Verbindung ist die Station Östermalmstorg auf der roten Linie – von dort sind es etwa zwei Minuten zu Fuß bis zum Platz. Einfach Richtung Sturegatan rausgehen, und der Stureplan liegt direkt davor. Die Station Kungsträdgården auf der blauen Linie ist ebenfalls zu Fuß erreichbar – in etwa acht Minuten –, sodass dieser Teil von Östermalm von fast jedem Punkt im U-Bahn-Netz gut angebunden ist.
Wer von Gamla Stan oder vom zentralen Uferbereich zu Fuß kommt, braucht für den Weg nach Norden durch den Kungsträdgården-Park etwa 15 Minuten und passiert dabei einige der fotogensten Straßenfronten der Stadt. Der Spaziergang gibt ein gutes Gefühl dafür, wie Stockholms zentrale Viertel miteinander verbunden sind.
Der Stockholmer Nahverkehr funktioniert mit SL-Tickets, die U-Bahn, Busse und Straßenbahnen abdecken. Der Guide zur Fortbewegung in Stockholm erläutert die verschiedenen Ticketoptionen – darunter 24- und 72-Stunden-Karten, die sich lohnen, wenn du über mehrere Tage in der Stadt unterwegs bist.
Östermalm als Kontext verstehen
Der Stureplan liegt in einem der wohlhabendsten Wohn- und Geschäftsviertel Stockholms. Die Straßen, die sich von hier aus erstrecken – Birger Jarlsgatan, Strandvägen, Östermalmstorg – sind gesäumt von Modeboutiquen, gehobenen Restaurants und Wohngebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert, die in Maßstab und Solidität ihresgleichen suchen. Schon ein paar Blocks in irgendeine Richtung zu laufen, macht deutlich, warum dieses Viertel das Ansehen hat, das es hat.
Zwei Minuten vom Stureplan entfernt lohnt sich die Östermalm-Markthalle (Östermalmshallen) als eigenständiges Ziel. Das Markthallgebäude aus dem 19. Jahrhundert beherbergt hochwertige schwedische Lebensmittelhändler, Fischhändler, Feinkostgeschäfte und Mittagsrestaurants. Es ist ein wirklich praktischer Stopp für gutes Essen – nicht nur eine Touristenattraktion.
Das weitere Viertel Östermalm lädt zum gemächlichen Schlendern ein – besonders entlang des Strandvägen Richtung Djurgårdsbrunnsviken. Die Wohnhausfassaden hier, entstanden im Bauboom der 1890er Jahre, gehören zu den eindrucksvollsten der ganzen Stadt.
Ehrliche Einschätzung: Was der Stureplan ist – und was nicht
Der Stureplan ist keine klassische Touristenattraktion im Sinne eines Museums oder historischen Denkmals. Es gibt keine Schlange, auf die man sich vorbereiten müsste, nichts Einzelnes zu besichtigen und kein garantiertes Erlebnis. Sein Wert ist kontextueller Natur: Hier ist eine bestimmte Version des Stockholmer Lebens am deutlichsten ablesbar – und die Kombination aus Architektur, Einzelhandel, Gastronomie und Nightlife bietet einen konzentrierten Querschnitt des Viertels.
Wer etwas visuell Dramatisches oder architektonisch Außergewöhnliches erwartet, könnte enttäuscht werden. Der Platz selbst ist bescheiden. Svampen ist interessant als Teil der Stockholmer Stadtfolklore – aber nicht als Designobjekt. Die Galleria ist gepflegt und angenehm, aber architektonisch nicht außergewöhnlich. Was der Stureplan bietet, ist Atmosphäre und Bequemlichkeit: eine dichte Konzentration an Aktivitäten und Restaurants auf engem Raum, in einem Viertel, das sich unverkennbar und selbstbewusst schwedisch anfühlt.
⚠️ Besser meiden
Die Preise in den Bars und Restaurants am Stureplan liegen am oberen Ende der Stockholmer Preisskala – die ohnehin schon nach europäischen Maßstäben hoch ist. Wer mit kleinerem Budget unterwegs ist, findet ein paar U-Bahn-Stationen weiter deutlich bessere Alternativen.
Insider-Tipps
- Die Außenterrassen am Stureplan sind nach Südwesten ausgerichtet und fangen im Sommer die Nachmittagssonne bis weit in den Abend ein. Wer nach 16 Uhr an einem warmen Tag einen Sonnenplatz will, sollte früh genug kommen – sonst heißt es warten.
- Die Sturegallerian hat mehrere Eingänge, die von der Straße aus nicht alle sofort erkennbar sind. Der Eingang an der Grev Turegatan auf der Ostseite ist deutlich weniger belebt als der Haupteingang am Stureplan – praktisch, wenn du aus den Wohnstraßen Östermalms kommst.
- Für die meisten Spa-Behandlungen und Poolsessions im Sturebadet ist eine Voranmeldung erforderlich. Spontane Besuche ohne Reservierung sind möglich, aber begrenzt – besonders am Wochenende. Am besten vor dem Besuch die Website checken.
- Unter der Woche zur Mittagszeit füllt sich die Galleria mit Büroangestellten aus der Umgebung, und an beliebten Restaurants kann die Wartezeit 15–20 Minuten betragen. In den Nebenstraßen rund um den Stureplan gibt es einige weniger bekannte Mittagsrestaurants mit kürzeren Wartezeiten und vergleichbarer Qualität.
- Wer das Nightlife erleben möchte: Stockholms Bar- und Clubszene startet spät – später als in den meisten europäischen Städten. Wer am Wochenende vor 23 Uhr im Sturecompagniet auftaucht, findet entweder eine fast leere Location oder zumindest keinen Stimmungspegel.
Für wen ist Stureplan & Sturegallerian geeignet?
- Shopper, die sich für skandinavische Mode- und Designlabels interessieren
- Reisende, die Stockholms gehobene Stadtkultur hautnah erleben möchten
- Nightlife-Besucher, die einen kompakten Hub aus Bars und Clubs an einem Ort suchen
- Alle, die den Besuch mit der nahegelegenen Östermalm-Markthalle oder einem Spa-Nachmittag im Sturebadet verbinden wollen
- People-Watcher und Stadtbeobachter, die verstehen wollen, wie das wohlhabende Stockholm tickt
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Östermalm:
- Schwedisches Historisches Museum
Das Schwedisches Historisches Museum (Historiska museet) in Östermalm beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen Skandinaviens – von prähistorischen Artefakten über Wikingerzeit-Gold bis hin zu mittelalterlicher Sakralkunst. Das markante Gebäude aus den 1930er Jahren am Narvavägen lohnt sich für alle, die mehr als oberflächliche Geschichte suchen.
- Östermalm Food Hall
Die Östermalms Saluhall ist eine denkmalgeschützte überdachte Markthalle am Östermalmstorg, seit 1888 in Betrieb und nach einer umfassenden Renovierung im März 2020 wiedereröffnet. Sie verbindet historische Architektur mit erstklassiger schwedischer Küche – von frischen Fischtheken bis zu alteingesessenen Feinkostläden. Der Eintritt ist frei.