Bazar del Sábado: San Ángels Samstagsmarkt – der Ausflug in den Süden lohnt sich
Jeden Samstag verwandelt sich die Plaza San Jacinto im Kolonialviertel San Ángel in einen der bekanntesten Kunstmärkte Mexiko-Stadts. Der Bazar del Sábado vereint seit 1960 Maler, Juweliere, Textilkünstler und Keramikmeister – seit 1965 auf der Plaza San Jacinto. Ein Stadtpalais aus dem 18. Jahrhundert und die umliegenden Kopfsteinpflasterplätze füllen sich mit Werken, die das Wort „Kunst” wirklich verdienen.
Fakten im Überblick
- Lage
- Plaza San Jacinto 11, San Ángel, Álvaro Obregón, Mexiko-Stadt
- Anfahrt
- Metrobús Linie 1 bis Station „La Bombilla”, dann kurz zu Fuß südwärts
- Zeitbedarf
- 2–3 Stunden für den Markt; für das gesamte Viertel San Ángel lieber einen halben Tag einplanen
- Kosten
- Eintritt frei; Ausgaben je nach Einkäufen (MXN)
- Am besten für
- Kunstsammler, Einkaufslustige, Architekturliebhaber, Wochenend-Entdecker
- Offizielle Website
- www.bazardelsabado.com.mx

Was ist der Bazar del Sábado?
Der Bazar del Sábado – auf Deutsch: Samstagsmarkt – ist ein wöchentliches Treffen ausgewählter Kunsthandwerker und Künstler, das jeden Samstag die Plaza San Jacinto und die umliegenden Straßen in Beschlag nimmt. Anders als die souvenirbetonten Handwerksmärkte rund um das Touristenzentrum hat dieser Markt seit seiner Gründung 1960 einen Qualitätsanspruch: Die Händler werden sorgfältig ausgewählt, und das merkt man den Angeboten an. Zu finden sind Ölgemälde, handgewebte Textilien, Silberschmuck, Talavera-Keramik, Papiermaché-Skulpturen, handbedruckte Stoffe und geschnitztes Holz – neben zeitgenössischen Designobjekten, die auch in einer Galerie nicht fehl am Platz wären.
Der Markt entstand ursprünglich als zentraler Verkaufsort für Kunsthandwerker, die einen seriösen Vertriebskanal suchten. 1965 zog er an seinen heutigen Standort, Plaza San Jacinto 11, am Rand der gleichnamigen Plaza. Das Gebäude mit seinem Innenhof, den Bogenkorridoren und engen Durchgängen ist selbst Teil des Erlebnisses. Im überdachten Innenbereich finden sich die hochwertigsten Kunstwerke und Schmuckstücke, während die Außenbereiche von Textilien, Drucken und dekorativem Kunsthandwerk überquellen.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Bazar del Sábado findet ausschließlich samstags statt, ungefähr von 10:00 bis 19:00 Uhr (Angaben variieren je nach Quelle; plane früh genug, um alles in Ruhe zu sehen). Der Markt ist das ganze Jahr über geöffnet.
Das Ambiente: San Ángel und die Plaza San Jacinto
San Ángel ist eines der am besten erhaltenen Kolonialviertel Mexiko-Stadts, im südlichen Bezirk Álvaro Obregón auf rund 2.240 Metern über dem Meeresspiegel gelegen. Die Straßen sind schmal, mit Vulkanstein gepflastert und gesäumt von Stadtvillen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die sich hinter bougainvilleabedeckten Mauern verstecken. Es fühlt sich nicht wie der Rest der Stadt an. Sobald man von der Avenida Revolución abbiegt, ist es merklich ruhiger; in der Luft liegt der Duft frischer Blumen von nahegelegenen Blumenständen und der sanfte Geruch von Pan dulce aus den Bäckereien an den Ecken.
Die Plaza San Jacinto selbst ist ein kompakter Kolonialplatz, der von der Parroquia de San Jacinto dominiert wird – einer Kirche aus dem 16. Jahrhundert, die den Markt um vier Jahrhunderte überragt. An jedem Samstag füllt sich die Plaza von den Kirchenstufen nach außen hin: Händler bauen ihre Stände unter Leinwandüberdachungen auf, Touristen und Einheimische schlendern in Ruhe zwischen den Auslagen, und das ganze Treiben hat ein entspanntes, gemächliches Tempo, das einen scharfen Kontrast zur Innenstadt bildet. Wenn du einen ausgedehnten Samstag im Süden der Stadt planst, lässt sich der Marktbesuch gut mit einem Ausflug zum dem Ateliermuseum von Diego Rivera und Frida Kahlo verbinden, das nur wenige Gehminuten entfernt im selben Viertel liegt.
Wie der Markt aufgeteilt ist
Der Markt gliedert sich auf natürliche Weise in zwei Bereiche. Der Innenbereich befindet sich im Gebäude an der Plaza San Jacinto 11. Hier sind die Stände kleiner und das Angebot konzentrierter: Schmuck auf Samttabletts, gerahmte Gemälde an weiß getünchten Wänden, Keramikskulpturen auf Holztischen. Im offenen Innenhof sind häufig Textilkünstler und Lederhandwerker zu finden. Da es drinnen stellenweise recht dunkel ist, empfiehlt es sich, feine Silberarbeiten oder detailreich bemalte Stücke ans Fenster oder in den Innenhof zu halten, bevor man sich auf einen Preis einlässt.
Der Außenbereich des Markts erstreckt sich weit über das Palais hinaus: über die Plaza, entlang des Kirchenvorplatzes und durch angrenzende Straßen und kleine Parks. Dieser Teil ist größer, mit mehr Händlern, abwechslungsreicher in der Qualität und lebhafter in der Atmosphäre. An den Rändern gibt es Streetfood-Stände – halte Ausschau nach Tlayudas, Elotes preparados und frisch gepresstem Saft. Ab Mittag ist der Geruch von gegrilltem Mais und Chilipulver allgegenwärtig.
💡 Lokaler Tipp
Starte bei der Ankunft zuerst im Inneren des Palais. Die Innenstände ziehen die ernstesten Käufer an und werden früher abgebaut als die Außenstände. Arbeite dich dann im Laufe des Vormittags nach draußen zur Plaza vor.
Wann du am besten kommst: Morgens oder nachmittags
Das Markterlebnis hängt stark davon ab, wann du ankommst. Am frühen Morgen, zwischen 10:00 und 11:30 Uhr, ist der Markt am ruhigsten und fotografisch am reizvollsten. Die Vulkansteinpflaster fangen das weiche Morgenlicht in einem Winkel ein, der die Kolonialarchitektur regelrecht zum Leuchten bringt. Die Händler richten noch ihre Auslagen ein und sind in der Regel gesprächsbereit – wer über Preise verhandeln möchte, hat morgens die besten Chancen.
Gegen Mittag erreicht der Markt seinen Höhepunkt. Familien aus der ganzen Stadt strömen herbei, und die Außenplätze werden oft richtig voll. Durch die engeren Gänge des Palais kommt man nur mit Geduld. Diese Mittagszeit hat ihren eigenen Charme: Manchmal spielen Musiker auf den Kirchenstufen, die Foodstände laufen auf Hochtouren, und die Menschenbeobachtung ist großartig. Der Nachteil: Ausführliche Gespräche mit Händlern oder ein ruhiges Betrachten der Waren wird schwieriger.
Ab 15:00 Uhr lichtet sich die Menge. Einige Außenhändler fangen an einzupacken, vor allem wenn es ein guter Verkaufstag war. Das Licht wird weicher und wärmer. Für Fotografen bietet das Zeitfenster zwischen 14:30 und 16:00 Uhr ein schönes, tiefstehendes Licht auf Plaza und Kirchenfassade – mit weniger Menschen im Bild.
⚠️ Besser meiden
San Ángel liegt im Süden Mexiko-Stadts, und auf der Avenida Insurgentes sowie der Avenida Revolución staut es sich samstagnachmittags erheblich. Wenn du nach dem Markt ins Zentrum oder nach Polanco zurückfährst, plane deutlich mehr Zeit ein oder bestell dir rechtzeitig ein Ridesharing-Auto.
Was du kaufen kannst und wie du vorgehst
Der kuratorische Anspruch des Markts spiegelt sich in den Preisen wider – echtes Handwerk und teilweise Kunst haben hier ihren Wert. Rechne damit, hier mehr zu zahlen als auf einem gewöhnlichen Kunsthandwerksmarkt, und wisse, dass ein Großteil der Waren diesen Preis rechtfertigt. Handgewebte Teppiche oaxacanischer Weber, bemaltes Amate-Rindenpapier aus Guerrero und Originalgemälde Mexiko-Stadtter Künstler sind alle vertreten. Im oberen Preissegment kann individuell gefertigter Silberschmuck mehrere tausend Pesos kosten; im erschwinglicheren Bereich gibt es kleine Keramikobjekte, bedruckte Textilien und dekorative Kacheln für ein paar Hundert Pesos.
Leichtes Verhandeln ist im Außenbereich akzeptiert, bei den Kunsthändlern drinnen aber weniger üblich – oft sind es die Künstler selbst, die ihre Werke zu festgelegten Preisen verkaufen. Wer einen Überblick über das breitere Kunsthandwerksangebot der Stadt möchte, findet beim Kunsthandwerksmarkt La Ciudadela im Stadtzentrum ein größeres Angebot zu verhandlungsfreundlicheren Preisen – allerdings fehlen dort der kuratorische Fokus und das architektonische Flair des Bazar del Sábado.
Bring Bargeld in Pesos mit. Zwar akzeptieren manche Händler Kartenzahlungen, viele aber nicht – und die Geldautomaten in San Ángel sind samstags nicht immer zugänglich oder gut bestückt. Heb am besten Bargeld ab, bevor du in den Süden fährst.
Anfahrt und praktische Infos
Die einfachste öffentliche Verkehrsverbindung ist der Metrobús Linie 1, der entlang der Avenida Insurgentes fährt. Steig an der Station „La Bombilla” aus und geh zu Fuß nordwärts Richtung Plaza San Jacinto – nur ein kurzer Spaziergang. Der Metrobús benötigt eine aufladbare Karte (tarjeta de movilidad integrada), erhältlich an den Stationen. Einen umfassenden Überblick über das Nahverkehrsnetz der Stadt findest du im Guide zu Fortbewegung in Mexiko-Stadt.
Mit dem Auto ist es zwar theoretisch möglich, aber davon ist dringend abzuraten. Parkplätze in San Ángel sind samstags Mangelware, und die umliegenden Straßen sind schon am Vormittag hoffnungslos verstopft. Ridesharing-Apps wie Uber, Didi und Cabify fahren alle nach San Ángel; bestell dein Fahrzeug am besten von einer Querstraße etwas abseits der Plaza ab, um dem Stau rund um den Markt zu entgehen.
Barrierefreiheit sollte bedacht werden. Der Markt erstreckt sich über Kopfsteinpflaster und ein Kolonialgebäude mit unebenen Böden, engen Gängen und stellenweise Stufen ohne Rampen. Rollstuhlfahrer und Besucher mit Kinderwagen kommen im Außenbereich der Plaza besser zurecht als im Inneren des Palais. Dokumentierte Barrierefreiheitsinfrastruktur (Rampen, Aufzüge) ist am Veranstaltungsort nur begrenzt vorhanden.
Lohnt es sich?: Für wen der Markt ein Highlight ist – und für wen nicht
Der Bazar del Sábado ist eine ausgezeichnete Wahl für alle, die sich ernsthaft für mexikanisches Kunsthandwerk, Volkskunst oder dekorative Künste interessieren – und für Besucher, die gern in Ruhe stöbern, ohne von aufdringlichen Verkäufern bedrängt zu werden. Außerdem ist er ein guter Grund, einen Samstagvormittag in San Ángel zu verbringen, statt in den touristisch dichter besiedelten Gegenden rund um das historische Zentrum. Das Zusammenspiel aus Markt, Kolonialarchitektur und dem ruhigeren Tempo des Viertels ergibt ein Mexiko-Stadt-Erlebnis, das sich deutlich von allem anderen unterscheidet.
Wer Kunsthandwerksmärkte grundsätzlich ermüdend findet oder sich vor allem auf große historische Monumente und archäologische Stätten konzentriert, dem könnten zwei bis drei Stunden hier lang vorkommen. Es ist auch keine gute Wahl, wenn dein Samstagsprogramm ohnehin schon voll ist: Der Markt liegt im Süden der Stadt, und die Hin- und Rückfahrt aus zentralen Vierteln kostet Zeit. Wenn du nur ein oder zwei Tage in Mexiko-Stadt hast, überlege gut, ob San Ángel einen ganzen Vormittag rechtfertigt.
Kunstinteressierte mit knappem Budget sollten wissen, dass dieser Markt tendenziell teurer ist als allgemeine Kunsthandwerksmärkte. Der Guide zu kostenlosen Aktivitäten in Mexiko-Stadt kann helfen, einen umfassenderen Tag zu planen, der den Marktbesuch sinnvoll ergänzt, ohne das Budget zu sprengen.
Wetter und was du anziehen solltest
Das subtropische Hochlandklima Mexiko-Stadts sorgt dafür, dass Morgen in San Ángel kühl sein können – besonders zwischen November und Februar, wenn die Nachttemperaturen auf 6–7 °C fallen. Mittags klettert das Thermometer meist auf niedrige bis mittlere 20er-Grade. Eine leichte Jacke oder ein Pullover für die frühe Ankunft, der sich gegen Mittag problemlos verstauen lässt, ist das Standardrezept für die meisten Monate im Jahr.
In der Regenzeit (etwa Mai bis Oktober) kommen nachmittägliche Gewitter mit zuverlässiger Regelmäßigkeit. Im Außenbereich des Markts gibt es wenig Schutz davor. Wer zwischen Juni und September kommt, sollte unbedingt morgens anreisen: Die Gewitter ziehen in der Regel nach 14:00 Uhr auf, und ein durchnässter Kopfsteinpflasterplatz ist deutlich weniger einladend zum Stöbern. Trag bequeme, geschlossene Schuhe – das Steinpflaster ist uneben und wird bei Nässe rutschig.
Insider-Tipps
- Im Inneren des Stadtpalais sind die anspruchsvollsten Künstler zu finden – viele sind persönlich anwesend. Frag die Händler ruhig nach ihrer Technik oder ihrer Herkunftsregion: Die meisten sprechen gern über ihr Handwerk, und oft erschließt sich durch das Gespräch ein tieferes Verständnis für die Arbeit – manchmal gibt es dabei auch einen besseren Preis.
- Wenn du etwas Großes oder Zerbrechliches kaufen möchtest, bring eine stabile Tasche oder einen kleinen Trolley mit. Der Markt bietet keinen Verpackungsservice, und Keramik oder gerahmte Bilder in einer Papiertüte durch belebte Kopfsteinpflastergassen zu tragen, geht meistens nicht gut aus.
- Das Restaurant im Innenhof des Palais ist samstags geöffnet und durchaus empfehlenswert – allerdings ist es gegen 13:00 Uhr meist schon voll. Entweder du kommst gegen 11:00 Uhr für ein spätes Frühstück, oder du isst direkt an einem der Streetfood-Stände draußen.
- Kombiniere den Marktbesuch mit einem Spaziergang zum nahen Museo Casa Estudio Diego Rivera y Frida Kahlo, das nur wenige Gehminuten entfernt und samstags geöffnet ist. Zusammen ergibt das ein stimmiges Halbtages-Programm – ganz ohne Nahverkehr.
- Die Preise im Außenbereich sind nach 14:00 Uhr etwas verhandelbarer, wenn Händler abwägen, was sie wieder mitnehmen wollen. Es ist kein Flohmarkt-Feilschen, aber bei hochwertigeren Stücken lohnt sich höfliches Verhandeln in der letzten Handelsstunde eher.
Für wen ist San Ángel Samstagskunstmarkt (Bazar del Sábado) geeignet?
- Kunstsammler und Käufer auf der Suche nach kuratierten mexikanischen Kunstwerken und Kunsthandwerk
- Reisende, die hochwertige Souvenirs mit echter Herkunftsgeschichte kaufen möchten
- Architektur- und Kulturerbe-Enthusiasten, die das koloniale Mexiko-Stadt entdecken wollen
- Wochenend-Entdecker, die den Markt mit einer Erkundung des Viertels San Ángel verbinden
- Fotografen, die koloniale Straßen, Handwerkerporträts und warmes Morgenlicht suchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in San Ángel:
- Casa Luis Barragán
Das Wohn- und Atelierhaus von Luis Barragán ist das einzige Einzelwohngebäude in Lateinamerika, das als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen ist. 1948 erbaut und nahezu unverändert erhalten, ist es weniger ein Museum als vielmehr eine intensive Begegnung mit einem der eigenwilligsten Architekturgeister des 20. Jahrhunderts.
- Museo Casa Estudio Diego Rivera y Frida Kahlo
1931 vom Architekten Juan O'Gorman entworfen und 1932 fertiggestellt, war dieses Ensemble aus zwei verbundenen Atelierhäusern in San Ángel der Arbeits- und Lebensort von Diego Rivera und Frida Kahlo, wo beide einige ihrer bedeutendsten Werke schufen. Als eines der ersten funktionalistischen Gebäude Lateinamerikas bietet es einen ungewöhnlich intimen Einblick in die tatsächliche Arbeitsweise zweier der größten mexikanischen Künstler – nicht in die Version, die sie der Nachwelt hinterlassen wollten.