Playa de La Tejita: Teneriffas schönster Naturstrand bei El Médano
Die Playa de La Tejita erstreckt sich über rund einen Kilometer entlang der Südküste Teneriffas – ein breiter, unberührter Strand mit dem Vulkankegel der Montaña Roja im Rücken. Eintritt frei, weniger überlaufen als Resortstrand, beliebt bei Windsurfern und allen, die Küste ohne Strandbar und Liegenverleih suchen.
Fakten im Überblick
- Lage
- Granadilla de Abona, bei El Médano, Südteneriffa
- Anfahrt
- TITSA-Busse 408, 409, 410, 411, 470, 483 nach El Médano, dann kurzer Fußweg. Mit dem Auto: Ausfahrt El Médano von der TF-1, Schildern nach El Médano folgen. Direkter Zugang mit dem Auto zum Strand ist nicht gestattet.
- Zeitbedarf
- 2–4 Stunden für einen Strandbesuch; mehr, wenn du die Montaña-Roja-Runde machst
- Kosten
- Kostenlos. Kein Eintritt, kein Liegenverleih, keine Gebühren.
- Am besten für
- Windsurfer, Kitesurfer, Naturliebhaber und alle, die einen unkommerziellen Strand suchen
- Offizielle Website
- www.webtenerife.co.uk/what-see/beaches/la-tejita

Was die Playa de La Tejita wirklich ist
Die Playa de La Tejita ist ein natürlicher, geschützter Strand an der Südküste Teneriffas, innerhalb der Reserva Natural Especial de Montaña Roja. Mit rund einem Kilometer Länge und etwa 30–35 Metern Breite zählt er zu den größten Naturstränden der Insel. Anders als die Resortstränden weiter westlich Richtung Costa Adeje oder Playa de las Américas gibt es hier keine Hotelkomplexe hinter dem Sand, keine Reihen von Mietliegen und keine Strandbars mit Cocktailangebot. Stattdessen: ein breiter Bogen aus goldbräunlichem Vulkansand, dahinter spärliche Küstenvegetation und der unverkennbare rostfarbene Kegel der Montaña Roja.
Verwaltungstechnisch liegt der Strand in Granadilla de Abona, am einfachsten erreicht man ihn aber über die Kleinstadt El Médano, die selbst als etabliertes Windsportziel an der Südostküste Teneriffas bekannt ist. La Tejita und El Médano teilen dieselbe Küstenlinie und denselben beständigen Passat – was diesen Küstenabschnitt zu einem der besten Windsurfing- und Kitesurfingreviere Europas macht, aber auch bedeutet, dass es hier nicht immer der ruhigste Platz für ein entspanntes Bad ist.
ℹ️ Gut zu wissen
Es ist nicht erlaubt, mit dem Fahrzeug direkt auf den Strand oder in das Naturschutzgebiet zu fahren. Parke auf den ausgewiesenen Flächen direkt an der TF-643 und geh über markierte Wege zum Sand. Vom nächsten Parkplatz ist es ein kurzer Weg, in der Regel etwa 5 Minuten zu Fuß.
Die Kulisse: Montaña Roja und was sie ausmacht
Der Vulkankegel, der hinter dem östlichen Ende des Strandes aufragt, ist die Montaña Roja – der Rote Berg, benannt nach den oxidierten rötlichen Tönen seines Basaltgesteins. Mit 171 Metern ist der Aufstieg kein großes Unterfangen, bietet aber eine der lohnendsten Aussichten auf diesen Küstenabschnitt. Ein gut genutzter Pfad führt um die Basis herum und zum Gipfel hinauf, bei gemächlichem Tempo oft in weniger als einer Stunde. Von oben hat man einen freien Blick auf La Tejita unten, die Startbahnen des Flughafens im Süden und an klaren Tagen die Silhouette Gran Canarias über dem Wasser.
Der Schutzstatus der Montaña Roja sorgt dafür, dass das umliegende Gelände weitgehend unberührt geblieben ist. Das Vulkanbuschland beherbergt mehrere Pflanzenarten, die an das trockene Südklima Teneriffas angepasst sind, und ökologisch unterscheidet sich das Gebiet deutlich vom üppigen Norden der Insel. Wer La Tejita mit einer Wanderung auf die Montaña Roja verbinden möchte, sollte festes Schuhwerk statt Flip-Flops tragen – das Vulkangestein ist rau und uneben. Weitere Wanderrouten auf der Insel findest du im Wanderführer Teneriffa.
Wind, Wellen und was dich im Wasser erwartet
Der Passat, der diese Küste fast durchgehend begleitet, prägt den Aufenthalt an der La Tejita mehr als alles andere. Im Sommer, besonders von Juni bis August, frischt der Wind nachmittags deutlich auf, das Wasser wird oft schon am frühen Nachmittag wellig, und Sandverwehungen sind dann keine Seltenheit. Die Morgenstunden sind ruhiger und die See vor Mittag meist flacher – das ist das beste Zeitfenster zum Schwimmen, wenn dir die Bedingungen wichtig sind.
Das Wasser selbst ist sauber und klar, die Wassertemperatur liegt zwischen etwa 19 °C im Winter und 24 °C im Spätsommer. Der Strand fällt sanft ab, was ihn für geübte Schwimmer angenehm macht – wer aber am Nachmittag ins Wasser möchte, sollte sich im Freiwasser wohlfühlen, da Dünung und Windchop dann zunehmen. Kinder können im seichten Wasser am ruhigeren westlichen Ende des Strandes planschen, näher an El Médano, wo es etwas windgeschützter ist.
⚠️ Besser meiden
Der Wind an der La Tejita ist so konstant, dass El Médano als Austragungsort für professionelle Windsurfwettkämpfe dient. An windreichen Nachmittagen können die Bedingungen für Gelegenheitsschwimmer anspruchsvoll sein, besonders für Kinder oder schwache Schwimmer. Wer vorrangig schwimmen möchte, sollte vorher die Windvorhersage checken.
Für Windsurfer und Kitesurfer ist genau diese Konstanz der Grund, hierzukommen. Der flache Sandboden und der zuverlässige Wind machen das Wasser vor La Tejita zu einem wirklich guten Revier zum Üben. Ausrüstungsverleih und Kurse gibt es in El Médano, nur einen kurzen Spaziergang die Küste entlang.
Wie sich der Strand im Tagesverlauf verändert
Der frühe Morgen ist die ruhigste Zeit an der La Tejita. Vor 9 Uhr ist der Strand oft fast leer, das Licht fällt warm und flach auf den rotbraunen Kegel der Montaña Roja, und die Meeresoberfläche ist noch vergleichsweise glatt. Manchmal kommen Jogger aus El Médano vorbei – und es ist ein guter Moment für Fotos, da der Vulkankegel das Morgenlicht besonders schön einfängt.
Gegen Mitte des Vormittags füllt sich der Strand, mit einer Mischung aus einheimischen Familien aus El Médano und Besuchern, die den kurzen Weg von den südlichen Resorts auf sich genommen haben. Der Sand ist breit genug, dass es nie so gedrängt wirkt wie an Resortstränden, aber die geschützteren westlichen Abschnitte werden spürbar belebter. Am frühen Nachmittag, wenn der Passat in der Regel am stärksten ist, verändert sich die Stimmung deutlich: Schwimmer verlassen das Wasser, Kitesurfer tauchen am Horizont auf, und der Flugsand wird merklich. Viele Besucher widmen sich dann dem Lesen, Spazierengehen oder schauen einfach dem Windspurttreiben zu.
Das spätnachmittägliche Licht lohnt es, zu bleiben – zumindest für alle, die fotografieren möchten. Die tief stehende Sonne betont die eisenhaltigen Töne der Montaña Roja und taucht den Sand in ein wärmeres Gold. Nach 18 Uhr leert sich der Strand zusehends, und der Abend ist die ruhigste Zeit – allerdings gibt es dann weder Imbissverkäufer noch geöffnete Einrichtungen.
Anreise und praktische Hinweise
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbinden die TITSA-Buslinien 408, 409, 410, 411, 470 und 483 El Médano mit verschiedenen Punkten an der Südküste, mit guten Verbindungen vom Flughafen Teneriffa Süd (TFS), der nur wenige Kilometer entfernt liegt. Von der Haltestelle El Médano ist La Tejita in etwa 15–20 Minuten zu Fuß entlang des Küstenpfads erreichbar. Aktuelle Fahrpläne und Preise unbedingt vorher auf der offiziellen TITSA-Website nachprüfen, da diese regelmäßig aktualisiert werden.
Mit dem Auto Ausfahrt 55 der TF-1 nehmen und den Schildern nach El Médano folgen. Die Parkplätze in der Nähe der Strandzugänge sind an Sommerwochenenden und Feiertagen manchmal schon um 10 Uhr voll. Wer vor 9 Uhr ankommt, bekommt zuverlässig einen Platz. Nochmal zur Erinnerung: Auf den Strand oder ins Schutzgebiet fahren ist nicht erlaubt. Wer sich einen Überblick über die Fortbewegungsmöglichkeiten auf der Insel verschaffen möchte, findet alle Infos im Leitfaden zur Fortbewegung auf Teneriffa ausführlich beschrieben.
Der Strand selbst bietet im Vergleich zu Resortstränden sehr wenig Infrastruktur: kein Restaurant und zum Zeitpunkt dieser Beschreibung auch kein dauerhaft besetzter Rettungsschwimmerposten. Es gibt Mülleimer und Liegenverleih, aber nicht das volle Serviceangebot wie an städtischen Stränden. Wasser, Essen, Sonnencreme und alles andere, was du brauchst, am besten selbst mitbringen. Die nächsten Cafés und Restaurants befinden sich in El Médano. Grundlegende Toilettenanlagen gibt es in der Nähe des Hauptstrands von El Médano, ein kurzes Stück zu Fuß – direkt an der La Tejita gibt es keine. Für den Weg durch den Sand am besten Schuhe anziehen, die ruhig sandig werden dürfen.
💡 Lokaler Tipp
Die TF-643 verläuft entlang des Strandzugangsbereichs. Am Strand selbst gibt es so gut wie keinen Schatten, daher unbedingt ausreichend Sonnenschutz einpacken. Ein Sonnenschirm oder ein Strandzelt ist besonders im Sommer sehr sinnvoll.
Fotografie und ein ehrlicher Blick auf den Strand
La Tejita ist fotografisch dankbar – vor allem wegen der Montaña Roja. Die Kombination aus rotem Vulkankegel, goldenem Sand und tiefblauem Atlantik ergibt im Morgen- oder späten Nachmittagslicht eine Komposition, die wirklich beeindruckend wirkt. Wer genau dieses Bild möchte, kommt früh oder bleibt länger und positioniert sich auf dem westlichen Strandabschnitt mit Blick nach Osten in Richtung des Kegels.
Wer mit einer Drohne fotografieren möchte: Die Nähe zum Flughafen Teneriffa Süd bedeutet, dass in Teilen dieses Gebiets Luftraumeinschränkungen gelten. Aktuelle Regelungen unbedingt vorher über die spanische Luftfahrtbehörde AESA (Agencia Estatal de Seguridad Aérea) prüfen.
Eines sollte man klar sagen: La Tejita ist nicht für jeden der richtige Strand. Wer ruhiges, flaches Wasser zum Schwimmen, eine Liege zum Hinlegen und eine Bar in der Nähe möchte, ist woanders besser aufgehoben. Stadtstrand von El Médano ist lebhafter und bietet mehr Infrastruktur. Die Resortstränden weiter westlich bei Costa Adeje bieten das volle Servicepaket. Der Reiz der La Tejita liegt genau in ihrem unberührten Charakter: weit, kostenlos und eingebettet in eine geschützte Landschaft. Das ist der Unterschied.
La Tejita und El Médano kombinieren
Einen halben Tag an der La Tejita verbringen und dann zum Mittagessen nach El Médano laufen – das ist eine naheliegende Kombination. El Médano hat eine kleine, aber echte Stadtatmosphäre, mit unabhängigen Restaurants und Bars rund um den Strandplatz. Weniger glatt poliert als die großen Touristenresorts, dafür mit mehr Charakter. In der Stadt gibt es ein paar gute Adressen für frischen Fisch und kanarische Küche. Mehr über die Region erfährst du im Leitfaden Norden vs. Süden Teneriffas, wenn du noch überlegst, in welchem Teil der Insel du dich niederlassen möchtest.
Insider-Tipps
- An Sommerwochenenden vor 9 Uhr ankommen, um noch einen Parkplatz nahe dem Strandzugang zu bekommen und den Sand die ersten Stunden fast für dich allein zu haben.
- Das westliche Ende des Strandes, näher an El Médano, ist etwas windgeschützter als der östliche Abschnitt bei der Montaña Roja – und damit besser für Familien mit kleinen Kindern geeignet.
- Wer die Montaña Roja besteigen möchte, sollte früh morgens aufbrechen, bevor die Sonne hoch steht. Das Vulkangestein reflektiert die Hitze stark, und es gibt keinen Schatten auf dem Aufstieg.
- Essen und Wasser selbst mitbringen. Die nächsten Verpflegungsmöglichkeiten gibt es in El Médano – am Strand selbst gibt es nichts. Eine Kühltasche lohnt sich im Sommer sehr.
- Für die besten Fotos der Montaña Roja vom Strand aus: in den letzten 90 Minuten vor Sonnenuntergang auf der westlichen Seite positionieren. Die tief stehende Sonne betont die roten Töne im Vulkangestein besonders schön.
Für wen ist Playa de La Tejita geeignet?
- Windsurfer und Kitesurfer, die zuverlässigen Passat an einer natürlichen Küste suchen
- Naturliebhaber, die sich für das Vulkanschutzgebiet Montaña Roja und seine Wanderwege interessieren
- Reisende, die einen wirklich kostenlosen, unkommerziellen Strand abseits der Resortinfrastruktur erleben wollen
- Fotografen, die dramatische Vulkanlandschaft kombiniert mit einem breiten Naturstrand suchen
- Besucher in oder bei El Médano, die mehr Sand wollen, als der Stadtstrand bietet
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in El Médano:
- Montaña Roja
Die Montaña Roja erhebt sich markant über der Südküste Teneriffas – ein kompakter, aber beeindruckender Vulkankegel, der als Reserva Natural Especial unter Schutz steht. Der Eintritt ist kostenlos, der Aufstieg zum Gipfel dauert unter einer Stunde, und der Panoramablick über den Strand La Tejita und den Atlantik macht diesen kurzen Wanderweg zu einem der fotogensten im Süden der Insel.
- Playa de El Médano
Die Playa de El Médano ist eine weitläufige, offene Sandbucht an der Südostküste Teneriffas – bekannt für zuverlässige Passatwinde, erstklassige Bedingungen fürs Kite- und Windsurfen sowie eine unkomplizierte Dorfatmosphäre, die sie von den stärker erschlossenen Resortstränden der Insel abhebt. Der Eintritt ist frei, die Bucht ist ganztägig zugänglich.