Palmitos Park: Gran Canarias subtropischer Tierpark in einer Schlucht

Der Palmitos Park ist ein botanisch-zoologischer Park in einer beeindruckenden Bergschlucht, etwa 10 km von Maspalomas entfernt. Er vereint eine tropische Vogelsammlung, ein Delfinarium, ein Aquarium, ein Orchideenhaus und ein Schmetterlingshaus auf einem weitläufigen Gelände. Er gehört zu den beliebtesten Familienattraktionen im Süden – allerdings solltest du festes Schuhwerk und realistische Erwartungen mitbringen.

Fakten im Überblick

Lage
Barranco de Los Palmitos S/N, 35109 Maspalomas, San Bartolomé de Tirajana, Gran Canaria
Anfahrt
Am besten per Taxi oder Mietwagen von Maspalomas oder Playa del Inglés; organisierte Transfers mit Tickets sind über lokale Reisebüros buchbar
Zeitbedarf
3 bis 5 Stunden für die wichtigsten Bereiche; ein ganzer Tag, wenn du alle Shows sehen möchtest
Kosten
Erwachsene (ab 11 J.) ca. 39 €, Kinder (5–10 J.) ca. 29 €, Mini (3–4 J.) ca. 15 €, unter 3 Jahren kostenlos. Aktuelle Preise vor dem Besuch auf der offiziellen Website prüfen.
Am besten für
Familien mit Kindern, Tier- und Vogelfreunde, Botanikbegeisterte und bewölkte Tage, an denen der Strand weniger einladend ist
Offizielle Website
palmitospark.es/en
Weitläufiger Blick auf den Palmitos Park in einer beeindruckenden Schlucht Gran Canarias, mit Delfinarium, üppiger subtropischer Vegetation, Kakteen, Palmen und Amphitheater.
Photo El Coleccionista de Instantes (CC BY-SA 2.0) (wikimedia)

Was der Palmitos Park wirklich ist

Der Palmitos Park ist ein botanischer Zoo im Barranco de Los Palmitos, einer schmalen Schlucht in den trockenen Hügeln oberhalb von Maspalomas. Die Lage ist die erste Überraschung. Die Anfahrt führt durch eine karge, ockerfarbene Landschaft, wie man sie im Süden kennt – und dann taucht die Straße in ein so dichtes Grün ein, dass es fast künstlich wirkt. Und das ist es zum Teil auch: Tausende von Palmen säumen den Talboden, ergänzt durch tropische Bepflanzungen, die über Jahrzehnte kultiviert wurden und ein echtes Mikroklima in der Schlucht geschaffen haben.

Der Park funktioniert als Hybrid: teils Tierpark, teils botanischer Garten, teils Live-Unterhaltungsstätte. Er beherbergt eine der bedeutendsten tropischen Vogelsammlungen der Kanarischen Inseln, ein aktives Delfinarium, ein Süß- und Meerwasseraquarium, ein Orchideengewächshaus mit Hunderten von Arten, ein Schmetterlingshaus sowie einen Bereich für Reptilien – darunter auch Alligatoren. Kein einzelner Bereich dominiert. Das Gelände zwingt dich dazu, über Hangwege zwischen den Bereichen zu wechseln – was den Besuch eher wie eine Entdeckungstour wirken lässt und weniger wie ein Abarbeiten von Exponaten.

ℹ️ Gut zu wissen

Öffnungszeiten: täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, letzter Einlass um 17:00 Uhr. Aktuelle Zeiten vor dem Besuch auf palmitospark.es prüfen, da einige Drittquellen saisonale Anpassungen vermerkt haben.

Die Lage: Eine Schlucht, die dem Park zugute kommt

Die Barranco-Lage ist mehr als nur Kulisse. Die Schlucht spendet den ganzen Tag über echten Schatten – und der ist im Süden Gran Canarias Gold wert, wo die Sommertemperaturen an der Küste regelmäßig 27 bis 28 °C erreichen und die Sonne zwischen Mittag und 16 Uhr erbarmungslos brennt. Innerhalb der Schlucht filtert das Blätterdach aus Palmen und Tropenpflanzen das Licht, und die Felswände halten die Morgenfrische länger. Wer zur Öffnungszeit um 10:00 Uhr kommt, profitiert von den angenehmsten Bedingungen und sieht die Tiere auf dem Höhepunkt ihrer Aktivität, bevor die Mittagshitze einsetzt.

Die Geräuschkulisse verändert sich, je tiefer man in den Park vordringt. Am Eingang hört man noch das übliche Hintergrundrauschen einer Freizeitanlage. Schon nach wenigen Minuten auf dem Hauptweg dominiert der Vogelgesang: das trockene Schnattern von Papageien, das Kreischen von Aras auf ihren freien Sitzstangen und ab und zu ein tiefer Laut von Vögeln, die man zunächst nicht zuordnen kann. Der Geruch ist für die meisten des Besuchs eher botanisch als zoologisch – eine Mischung aus feuchter Erde, tropischen Blüten und der leicht süßlichen Luft des Orchideenhauses.

Die Vögel: Das Herzstück der Sammlung

Tropische und exotische Vögel sind das, womit der Palmitos Park seinen Ruf aufgebaut hat – und die Sammlung ist wirklich beeindruckend. Freifliegende Aras und Papageien sind an verschiedenen Stellen entlang der Hauptwege postiert, darauf trainiert, sich Besuchern zu nähern. Das ermöglicht lebhafte Fotos, bedeutet aber auch: Hab ein Auge auf deine Sachen und dein Essen. Kinder erleben diese Begegnungen unvergesslich. Die Greifvogelshows, die mehrmals täglich stattfinden, zeigen das Flugverhalten von Adlern, Eulen und Falken in einem Freilichtamphitheater – mit Erklärungen zu Ökologie und Artenschutz.

Der Showplan ist entscheidend für die Besuchsplanung. Schau am Eingang nach dem Tagesprogramm und rechne rückwärts: Wenn du sowohl die Greifvogel- als auch die Delfin-Show sehen möchtest, musst du die Zeiten im Kopf haben, bevor du anfängst zu schlendern. Wer die Route improvisiert, verpasst meistens mindestens eine.

💡 Lokaler Tipp

Nimm den täglichen Showplan am Eingang mit und plane deine Route danach. Die Greifvogelshow lohnt sich besonders – sie findet im Freiluftarena statt, und die Flugvorführungen erstrecken sich über einen großen Teil des Schluchtenraums.

Delfinarium, Aquarium und weitere Attraktionen

Die Delfin-Show ist für viele Familien das Highlight und zieht die größten Menschenmengen an. Die Vorführung findet in einer überdachten Poolanlage mit Tribünen statt. Fünf bis zehn Minuten früher da sein sichert einen guten Platz mit freier Sicht. Die Show selbst konzentriert sich auf Verhaltensvorführungen mit Artenschutzbotschaften – das entspricht in etwa den gängigen Standards moderner Zoos und Meeresparks. Wer grundsätzliche Bedenken gegenüber Delfinen in Gefangenschaft hat, sollte das vor der Buchung abwägen.

Das Aquarium umfasst sowohl tropische Süßwasserarten als auch Meeresexponate. Es ist nicht das größte Aquarium der Kanarischen Inseln – das ist die eigens dafür gebaute Anlage in Las Palmas – bietet aber einen guten Einblick in die marinen Ökosysteme des Atlantiks und der Tropen.

Wer sich besonders für Meeresleben interessiert, sollte auch das Poema del Mar Aquarium in Las Palmas in Betracht ziehen – ein ganz anderes, deutlich intensiveres Meereserlebnis.

Das Orchideenhaus wirkt auf dem Papier unscheinbar, aber sobald man drin ist, bleibt man länger als geplant. Das Gewächshaus hält die Luftfeuchtigkeit und Temperatur aufrecht, die Hunderte von Orchideenarten brauchen – die Farbdichte auf so kleinem Raum ist wirklich beeindruckend. Das Schmetterlingshaus funktioniert nach demselben Prinzip: ein abgeschlossenes Tropengehege, in dem Arten aus verschiedenen Kontinenten frei um die Besucher herumfliegen. Beide verdienen mehr Zeit, als die meisten ihnen widmen.

Wie sich der Besuch je nach Tageszeit verändert

Der Einlass um 10:00 Uhr ist die lohnendste Zeit. Die Menschenmengen sind am geringsten, die Tiere aktiv, und das Licht in der Schlucht ist weich und schräg statt grell und flach. Die Vogelsammlung ist in den ersten zwei Stunden am lautesten. Wer fotografieren möchte, bekommt morgens die klarsten Aufnahmen – ohne andere Besucher im Bild.

Am frühen Nachmittag erreicht der Park seinen Höhepunkt. Busreisen aus den Resorthotels kommen meist am späten Vormittag an, sodass zwischen 11:30 und 14:00 Uhr die meisten Besucher unterwegs sind – besonders rund um das Delfinarium und die Hauptvogelstationen. Wer erst am Nachmittag ankommt, sollte die erste Stunde für die ruhigeren Bereiche nutzen: Orchideenhaus, Schmetterlingshaus und die oberen Botanikpfade – und die großen Shows für später aufheben, wenn man sich ans Tempo des Parks gewöhnt hat.

Die letzte Stunde vor dem letzten Einlass um 17:00 Uhr ist wieder angenehm ruhig. Die Busgruppen sind meistens schon weg, die Kinder müde, und das Licht in der Schlucht wird wärmer. Eine gute Gelegenheit, Bereiche noch einmal zu besuchen, für die man vorhin zu wenig Zeit hatte.

Anreise und praktische Infos

Der Palmitos Park liegt etwa 10 km landeinwärts vom Leuchtturm Faro de Maspalomas, auf einer kurvenreichen Straße in die Hügel oberhalb der Resortküste. Eine direkte Busverbindung zum Parkeingang gibt es nicht. Die realistischen Optionen sind ein Taxi von Maspalomas oder Playa del Inglés, ein Mietwagen oder ein Transfer-inklusive-Ticket über lokale Ausflugsbüros und Hotels im Süden. Die Taxipreise aus dem Resortbereich sind angesichts der kurzen Strecke in der Regel überschaubar – allerdings solltest du die Rückfahrt entweder vorab organisieren oder vom Park aus ein Taxi rufen, da vorbeifahrende Taxis vor Ort nicht garantiert sind.

Wer in Playa del Inglés oder Maspalomas übernachtet, bietet sich der Palmitos Park als logischer Halb- oder Ganztagesausflug an – mit Zeit für den Strand am Abend.

Das Gelände im Park ist hügelig und uneben. Die Schlucht ist nicht flach – zwischen den Bereichen geht es bergauf und bergab. Turnschuhe oder Wanderschuhe mit gutem Profil sind deutlich angenehmer als Sandalen oder Flip-Flops. Kinderwagen und Rollstühle können Teile des Parks befahren, stoßen aber bei einigen Steigungen an Grenzen. Bei Fragen zur Barrierefreiheit empfiehlt es sich, den Park vorab direkt zu kontaktieren – das Personal kann über den aktuellen Zustand der Wege informieren.

⚠️ Besser meiden

Rollstuhlfahrer und Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten den Park vorab kontaktieren. Der Palmitos Park liegt in einer Bergschlucht mit deutlichen Steigungen und teils unebenem Untergrund. Nicht alle Bereiche sind vollständig barrierefrei zugänglich.

Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Preis?

Mit einem aktuellen Erwachsenenpreis von rund 39 € liegt der Palmitos Park am oberen Ende des Familienattraktionsmarkts im Süden Gran Canarias. Ob er das rechtfertigt, hängt davon ab, was man daraus macht. Wer den Showplan nutzt, die botanischen Bereiche erkundet und drei bis vier Stunden einplant, wird in der Regel zufrieden nach Hause gehen. Wer zügig durchläuft, die Shows auslässt und den Park wie einen Spaziergang behandelt, wird den Preis wahrscheinlich als zu hoch empfinden.

Der Park erhebt keinen Anspruch darauf, ein Weltzoo zu sein. Die Tiersammlung ist fokussiert statt umfassend, und die Gehege spiegeln eine Anlage wider, die über Jahrzehnte gewachsen ist – nicht nach zeitgemäßen Zoodesign-Standards neu gebaut wurde. Was er aber bietet, ist eine wirklich angenehme Atmosphäre in einer einzigartigen natürlichen Umgebung, gut gepflegte botanische Bereiche und solide produzierte Entertainment-Shows. Für Familien mit Kindern zwischen vier und zwölf Jahren trifft er meist ins Schwarze. Erwachsene ohne Kinder erleben ihn oft als nett, aber nicht zwingend überzeugend genug für den vollen Eintrittspreis.

Wer das Budget im Blick hat, findet im Kostenlose Aktivitäten auf Gran Canaria-Guide Alternativen, die den Parkbesuch je nach Prioritäten ergänzen oder ersetzen können.

Tipps für Fotografen

Die freifliegenden Aras an den Hauptwegstationen sind dankbare Fotomotive für Nahaufnahmen – allerdings sind die Hintergründe oft von Besucherinfrastruktur überladen. Das Orchideenhaus bietet die kontrolliertesten Bedingungen: gleichmäßig weiches Licht, leuchtende Farben und Motive, die stillhalten. Ein Makroobjektiv oder ein Smartphone mit Porträtmodus liefert dort die besten Ergebnisse. Die Greifvogelshow ist fotografisch anspruchsvoll, weil die Vögel sich schnell vor hellem Himmel bewegen – aber die Amphitheaterbestuhlung ermöglicht meist klare Aufnahmen in ruhigen Sitzphasen.

Im Schmetterlingshaus und in der Nähe der Vogelgehege bitte keinen Blitz verwenden. Er stört die Tiere und liefert in diesen Umgebungen ohnehin schlechtere Ergebnisse als das vorhandene Umgebungslicht.

Insider-Tipps

  • Schau dir direkt nach der Ankunft den Tagesplan der Shows an und plane deine Route danach. Es gibt keinen einzigen logischen Rundweg durch den Park – wenn du weißt, wann die Delfin- und die Greifvogelshow beginnen, kannst du deinen Besuch sinnvoll strukturieren und keine der beiden verpassen.
  • Das Orchideenhaus ist klimatisiert und eine echte Zuflucht in der heißesten Phase des Nachmittags. Am besten zwischen 13:00 und 15:00 Uhr besuchen, wenn die Wege draußen am unangenehmsten sind.
  • Transfer-inklusive Tickets über Hotels und Ausflugsbüros in Playa del Inglés und Maspalomas sind manchmal günstiger als Einzelbuchungen – und lösen das Problem mit dem Rücktaxi gleich mit. Preise unbedingt vergleichen, bevor du direkt an der Kasse kaufst.
  • Essen und Trinken im Park ist vorhanden, aber teuer – das ist bei Freizeitparks dieser Art üblich. Wer Snacks und eine Wasserflasche mitbringt, spart Geld und bleibt bei einem langen Besuch fit.
  • Die oberen Botanikpfade, die viele Besucher zugunsten der Shows überspringen, sind die ruhigsten Ecken des Parks und bieten die schönsten Ausblicke in die Schlucht. Plane mindestens 20 Minuten dafür ein, besonders wenn es anderswo voll wird.

Für wen ist Palmitos Park geeignet?

  • Familien mit Kindern zwischen 4 und 12 Jahren, die einen strukturierten Ausflugstag fernab vom Strand suchen
  • Tier- und Tropenvogelbegeisterte, die eine fokussierte Sammlung in natürlicher Schluchtenlandschaft erleben möchten
  • Botanikfans, die sich für Orchideen, Palmen und subtropische Bepflanzung interessieren
  • Bewölkte oder teilweise bedeckte Tage, an denen der Strand weniger reizvoll ist und eine Aktivität im Landesinneren mehr Sinn macht
  • Besucher, die auf Gran Canaria eine Woche verbringen und einen ganzen Tag für Tierwelt und Natur im Süden einplanen möchten

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Playa del Inglés:

  • Aqualand Maspalomas

    Aqualand Maspalomas ist der größte Wasserpark im Süden Gran Canarias, etwa 3 km landeinwärts von Maspalomas auf dem Weg zum Palmitos Park. Mit Rutschen für jeden Geschmack – vom gemütlichen Lazy River bis zum fast senkrechten Freifallsturz – zieht der Park Familien, Gruppen und Adrenalinjunkies durch die lange sonnige Saison an. Was dich erwartet, was du mitbringen solltest und wie du das Beste aus deinem Besuch holst.

  • Playa del Inglés

    Der Playa del Inglés erstreckt sich über 3 Kilometer entlang der Südküste Gran Canarias und verbindet die Maspalomas-Dünen mit San Agustín. Breiter goldener Sand, eine flache Promenade und Einrichtungen für Familien, Alleinreisende und die LGBTQ+-Community – der Strand ist kostenlos, die Sonne scheint fast immer, und der Urlaubsort hat alles, was du brauchst, in Gehweite.