Bürkliplatz & Bootsanlegestelle: Zürichs Tor zum See
Der Bürkliplatz liegt dort, wo die Bahnhofstrasse auf den Zürichsee trifft – ein weitläufiger Platz zwischen Wasser, Bergen und städtischem Alltag. Kostenlos zugänglich, jederzeit, als Promenade, Abfahrtspunkt für Rundfahrten und entspannter Aussichtspunkt am See.
Fakten im Überblick
- Lage
- Bürkliplatz, 8001 Zürich, Zürichsee
- Anfahrt
- Tramhaltestelle Bürkliplatz (mehrere Tramlinien); südliches Ende der Bahnhofstrasse an der Quaibrücke
- Zeitbedarf
- 30–60 Minuten zu Fuß; mehr Zeit einplanen bei einer Seerundfahrt
- Kosten
- Kostenlos. Tickets für Seerundfahrten sind separat erhältlich (aktuelle Preise bei der ZSG erfragen)
- Am besten für
- Spaziergänge am See, Panoramablicke, Schiffsabfahrten, Abendlicht

Was der Bürkliplatz eigentlich ist
Der Bürkliplatz ist ein großer, gepflasterter Platz und eine Terrasse am nördlichen Ende des Zürichsees – dort, wo die bekannteste Einkaufsstraße der Stadt am Wasser ihren logischen Abschluss findet. Der Platz ist offen und großzügig angelegt, mit freiem Blick direkt auf den See und an klaren Tagen weit in die Alpen hinein. Am südlichen Rand liegt die Bootsanlegestelle, der wichtigste Abfahrtspunkt für Passagierfahrten der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG). Das hier ist keine versteckte Ecke der Stadt. Es ist ein echter Knotenpunkt aus Verkehr, Freizeitleben und städtischem Alltag.
Der Platz entstand unter Stadtingenieur Arnold Bürkli zwischen 1882 und 1887 im Rahmen des umfassenderen Quaianlagen-Projekts, das das gesamte Seeufer neu gestaltete. Die Bürkliterrasse wurde 1887 fertiggestellt. Der städtebauliche Ehrgeiz des 19. Jahrhunderts ist noch heute in den Proportionen des Raums ablesbar: weit, bewusst gestaltet und nach außen zum Wasser hin ausgerichtet, nicht nach innen zum Kommerz.
💡 Lokaler Tipp
Mehrere Tramlinien halten direkt an der Haltestelle Bürkliplatz – damit ist dieser Ort von überall im Stadtzentrum bequem erreichbar, ohne lange laufen zu müssen.
Der Ausblick und was es zu sehen gibt
Wer an einem klaren Oktobermorgen am Geländer der Bürkliterrasse steht, wird den Blick so schnell nicht vergessen. Der See erstreckt sich rund 40 Kilometer nach Süden, und wenn der Föhn die Luft gereinigt hat, bilden die Alpen eine scharfe weiße Linie am Horizont. Das Wasser davor nimmt ein tiefes Blaugrün an, das sich je nach Bewölkung und Jahreszeit verändert. Schwäne und Enten bewegen sich gleichgültig zwischen den Brückenpfeilern, während nebenan die Boote beladen werden.
Am schönsten ist der Ausblick morgens, bevor Dunst aufzieht, und an Herbst- und Wintertagen nach Regen, wenn der Himmel sich plötzlich aufreißt. Im Sommer kann das Lichtreflexion auf dem Wasser zur Mittagszeit sehr grell sein – eine Polarisationsbrille ist dann kein Luxus. Der Bürkliplatz bietet auch einen Blick zurück nach Norden: Die lange gerade Achse der Bahnhofstrasse führt zum Grossmünster und den Hügeln hinter der Altstadt – eine gute Orientierungshilfe in der Stadt.
Wer diesen Ort mit weiteren Aussichtspunkten am Seeufer verbinden möchte: Die Zürichsee-Promenade verläuft vom Bürkliplatz östlich entlang des Utoquai und bietet einen durchgehenden Spazierweg mit Bänken, Bäumen und direkterem Wasserzugang als der Platz selbst.
Wie sich der Platz im Tagesverlauf verändert
Die frühen Morgenstunden sind hier überraschend ruhig, gemessen an der zentralen Lage. Pendler eilen zügig zu den Tramhaltestellen. Hundebesitzer drehen ihre Runden. Die Seeoberfläche liegt oft spiegelglatt, bevor der Wind aufkommt, und das erste Schiff des Tages lädt leise Passagiere an der Anlegestelle ein. Die Luft riecht nach Seewasser und Kühle, manchmal überlagert vom Kaffeegeruch eines nahen Kiosks.
Gegen Vormittag, vor allem an Wochenenden und im Sommer, ändert sich die Stimmung. Familien kommen mit Kinderwagen. Touristengruppen fotografieren den See und die Bahnhofstrasse. Jogger nutzen den Uferweg. Die Sitzplätze entlang der Terrassenkante füllen sich. In den Sommermonaten kann es auf dem Platz richtig voll werden, besonders wenn gleichzeitig ein Schiff ablegt und die Trams Passagiere ausspucken.
Abends gibt es das beste Licht. In den Sommermonaten färbt sich der Westhimmel über den Dächern orange, und der See nimmt warme Töne an. Einheimische versammeln sich auf den Terrassenstufen mit Essen zum Mitnehmen und Weinflaschen. Fahrradfahrer rollen gemächlich an der Promenade entlang. Die Stimmung ist entspannt auf eine Weise, die die Mittagshektik nicht erahnen lässt. Wer die Wahl hat zwischen einem Mittagsbesuch und 19 Uhr im Juni – lieber abends kommen.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Bürkliplatz ist rund um die Uhr frei zugänglich und kostenlos. Die Bootsanlegestelle richtet sich nach dem Fahrplan der ZSG, der saisonal variiert. Aktuelle Abfahrtszeiten und Ticketpreise vor dem Besuch auf zsg.ch prüfen.
Die Bootsanlegestelle und Seerundfahrten
Die Anlegestelle auf der Südseite des Bürkliplatz ist das Herzstück des ZSG-Betriebs. Das Angebot reicht von kurzen 90-minütigen Rundfahrten bis zu ganztägigen Fahrten über die gesamte Seelänge mit Stopps in Orten wie Rapperswil. Dazu kommen Abendessen-Kreuzfahrten und saisonale Sonderfahrten. Die Boote selbst sind gut gepflegte Passagierschiffe – darunter auch historische Raddampfer, die dem Erlebnis eine eigene Note geben, die über das bloße Überqueren des Wassers hinausgeht.
Eine Schifffahrt ist eine der effizientesten Möglichkeiten, die Geografie des Zürichsees und die Beziehung zwischen Stadt und Umland zu verstehen. Einen vollständigen Überblick über die verschiedenen Fahrten bietet der Ratgeber zu Zürichsee-Rundfahrten mit Routen, Fahrtzeiten und saisonalen Unterschieden im Detail.
Selbst wer kein Schiff besteigt, sollte sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um den Betrieb an der Anlegestelle zu beobachten. Das geordnete Einsteigen, das Brummen der Motoren im Leerlauf, das leichte Schaukeln des Rumpfs am Steg – diese Details machen das Seeufer zu einem lebendigen Ort, nicht bloß zu einer hübschen Kulisse. Im Sommer kann es am Pier voll werden; wer eine Fahrt gebucht hat, sollte mindestens zehn Minuten vor Abfahrt da sein.
Anreise und Orientierung vor Ort
Der Bürkliplatz hat eine eigene Tramhaltestelle gleichen Namens, die von mehreren Linien entlang der Bahnhofstrasse und des Quais bedient wird. Vom Hauptbahnhof Zürich ist es nur eine kurze Tramfahrt. Der Platz liegt am südlichen Ende der Bahnhofstrasse und ist auch zu Fuß vom Stadtzentrum erreichbar – rund 15 bis 20 Minuten entlang einer der interessantesten Straßen der Stadt.
Vom Platz aus lässt sich sowohl der westliche Uferweg als auch der Weg Richtung Zürichhorn-Park und den gesamten Seeufer-Korridor gut erreichen. Für Radfahrer sind die Uferwege praktisch; der Bürkliplatz selbst ist jedoch eine gemeinsam genutzte Fußgängerzone, und zu Stoßzeiten ist das Durchfahren mit dem Rad hier fehl am Platz.
Der Platzboden ist gepflastert und weitgehend eben, was ihn für Rollstühle und Kinderwagen gut zugänglich macht. Bei den Einstegebereichen am Pier gibt es Rampen, die je nach Bootstyp variieren; wer auf barrierefreien Zugang auf dem Schiff angewiesen ist, sollte das vorab direkt bei der ZSG klären. Parkplätze gibt es am Bürkliplatz selbst keine – das Tram ist mit Abstand die praktischste Anreiseoption.
Jahreszeiten und ein ehrlicher Blick auf die Grenzen des Platzes
Der Bürkliplatz im Winter ist eine andere Sache. Von November bis Februar kann der Seeblick unter tiefem Nebel und Wolken durchaus dramatisch wirken, aber der Platz selbst wirkt karg. Der Fahrplan der ZSG ist in den kälteren Monaten deutlich ausgedünnt. Die offene Pflasterfläche bietet keinerlei Windschutz, und an grauen Februarnachmittagen kann es sich eher wie ein Transitkorridor anfühlen als wie ein Ziel. Allerdings: Wintermorgen nach nächtlichem Schneefall können hier atmosphärisch sein – die weiße Quaianlagen und der stille See ergeben gemeinsam ein echtes Bild.
Die Hochsaison am Bürkliplatz ist Mai bis September. Juli und August bringen die meisten Besucher, aber auch das lebendigste Treiben an den Quais. Wer wissen möchte, wie sich der Zürichsee-Bereich über das Jahr hinweg verändert, findet im Ratgeber zur besten Reisezeit für Zürich eine monatsgenaue Übersicht.
Ein ehrlicher Hinweis: Rein als Platz betrachtet lohnt sich der Bürkliplatz nicht für einen langen Aufenthalt aus eigenem Antrieb. Sein Wert liegt darin, Ausgangspunkt zu sein – der Ort, wo ein Seeuferspaziergang beginnt, wo das Schiff abfährt, wo die Bahnhofstrasse mit etwas Sehenswürdigem endet. Wer einen prunkvollen Garten oder ein geschütztes, intimes Plätzchen erwartet, wird ihn nüchterner erleben als gedacht. Es ist ein weiter, windausgesetzter Stadtplatz mit grandiosem Ausblick. Diese Kombination trifft genau den Geschmack mancher Reisenden – und weniger den Geschmack anderer.
⚠️ Besser meiden
Bei starkem Föhn – dem warmen Südwind, der im Frühling und Herbst häufig vorkommt – kann der See aufgewühlt sein und Schiffsfahrten können sich verzögern oder geändert werden. Wer eine bestimmte Abfahrt gebucht hat, sollte den aktuellen Fahrplan der ZSG vorab prüfen.
Fotografieren am Bürkliplatz
Das klassische Bild entsteht am Geländer der Bürkliterrasse mit Blick nach Süden auf die Alpen – am besten im frühen Morgenlicht, wenn der Himmel noch blass ist und das Wasser die ersten Farben aufnimmt. Ein Weitwinkel erfasst die gesamte Weite des Panoramas; ein längeres Objektiv komprimiert die ferne Alpensilhouette wirkungsvoll gegen die Wasseroberfläche. Anlegestelle und Boote fotografieren sich nachmittags am besten, wenn die Sonne tiefer steht und die Schatten dem Dock mehr Tiefe verleihen.
Wer gezielt auf der Suche nach Zürichs besten erhöhten und offenen Aussichtspunkten ist, findet im Ratgeber zu den besten Aussichten in Zürich den Bürkliplatz im Vergleich mit höher gelegenen Punkten wie dem Lindenhügel und dem Uetliberg.
Insider-Tipps
- Der Blumenmarkt am Bürkliplatz findet an Wochentagen morgens statt und gehört zu den besseren Freiluftmärkten in der Zürcher Innenstadt. Wer vor 11 Uhr kommt, hat die größte Auswahl und mehr Platz an den Ständen.
- Das Geländer der Bürkliterrasse am südlichen Platzrand ist der beste Ort in der Innenstadt, um den See mit den Alpen im Hintergrund zu fotografieren. Der Blick ist unverbaut und zeigt direkt entlang der langen Seenachse.
- Wer den Platz ohne Trubel erleben möchte, kommt am besten an einem Wochentag zwischen 7 und 9 Uhr morgens. Das Licht stimmt, die Trams fahren, und die Anlegestelle ist noch ruhig, bevor die erste Abfahrtswelle beginnt.
- Die ZSG-Rundfahrt (die kurze Variante mit etwa 1,5 Stunden) startet direkt hier und zeigt genug vom See, um ein echtes Gefühl für die Landschaft zu bekommen – ohne gleich einen ganzen Tag zu investieren. Im Sommer fährt sie öfter als man erwarten würde.
- An Sommerabenden nutzen Einheimische die Treppenstufen der Terrasse als improvisierte Sitzgelegenheit. Mit einem Getränk vom nahen Kiosk den See in der Abenddämmerung beobachten – das ist hier eine völlig legitime Art, 45 Minuten zu verbringen, ohne viel Geld auszugeben.
Für wen ist Bürkliplatz & Bootsanlegestelle geeignet?
- Reisende, die einen erstklassigen Seeblick möchten, ohne wandern oder Eintritt zahlen zu müssen
- Alle, die einen Spaziergang entlang der Zürichsee-Promenade beginnen oder beenden
- Besucher, die eine ZSG-Seerundfahrt unternehmen möchten
- Fotografen auf der Suche nach dem klassischen Alpen-See-Panorama bei Sonnenauf- oder -untergang
- Paare und Familien, die einen unkomplizierten, zentralen Freiluftaufenthalt am Seeufer suchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Zürichsee-Gebiet:
- Zürcher Seepromenade
Die Zürcher Seepromenade ist ein 3,2 km langer, befestigter Uferweg, der den Bürkliplatz mit dem Zürichhorn-Park verbindet. Kostenlos, das ganze Jahr zugänglich und ein echtes Herzstück des Zürcher Alltags – am meisten lohnt sie sich für alle, die sie von Anfang bis Ende erkunden.
- Lindt Home of Chocolate
Das Lindt Home of Chocolate in Kilchberg ist eines der bedeutendsten Schokoladenmuseen der Schweiz – direkt neben der historischen Fabrik von 1899 am Ufer des Zürichsees. Dich erwartet ein neun Meter hoher Schokoladenbrunnen, eine spannende Reise durch die Geschichte der Schweizer Confiserie und mehr Kostproben, als du erwartest.
- Rote Fabrik
Die Rote Fabrik wurde 1892 als mechanische Seidenweberei gebaut und ist seit Jahrzehnten eines der authentischsten alternativen Kulturzentren Zürichs. Direkt am Westufer des Zürichsees gelegen, bietet sie Konzerte, Theater, Kino und Kunstausstellungen in Räumen, die noch immer die Schwere ihrer industriellen Vergangenheit tragen.
- FIFA World Football Museum
Das FIFA Museum wurde 2016 am südwestlichen Ufer des Zürichsees eröffnet und erzählt auf drei Etagen und 3.000 Quadratmetern die weltweite Geschichte des Fussballs. Von WM-Pokalen bis zu interaktiven Installationen – echte Fussballfans kommen voll auf ihre Kosten, aber auch neugierige Nicht-Fans finden genug Visuelles, das sie fesselt.