Olympiapark

Der Olympiapark im nördlichen Münchner Stadtbezirk Milbertshofen-Am Hart wurde für die Olympischen Sommerspiele 1972 erbaut und umfasst 85 Hektar. Heute gehört er zu den meistgenutzten öffentlichen Grünflächen der Stadt. Das Gelände vereint markante Architektur, eine Konzertarena, weitläufige Parkflächen und einen der schönsten Aussichtspunkte Münchens – alles in 15 Minuten per U-Bahn vom Stadtzentrum erreichbar.

Gelegen in München

Weites Panorama des Olympiaparks München mit dem markanten Zeltdach des Olympiastadions, dem Olympiaturm, dem Olympiasee und dem umliegenden Grün an einem klaren, sonnigen Tag.
Photo Tobi 87 (CC BY-SA 4.0) (wikimedia)

Überblick

Der Olympiapark ist Münchens kühnster städtebaulicher Wurf der Nachkriegszeit: ein ehemaliges Flugfeld, das zu einem olympischen Campus umgestaltet wurde und mehr als fünf Jahrzehnte später noch immer den Norden der Stadt prägt. Während viele Olympiagelände weltweit dem Verfall überlassen wurden, erfindet sich Münchens Park immer wieder neu – er war Schauplatz von Champions-League-Finalen und Open-Air-Rockkonzerten und ist gleichzeitig an jedem gewöhnlichen Dienstagnachmittag ein kostenlos zugänglicher Park für alle.

Lage & Orientierung

Der Olympiapark liegt im nördlichen Stadtbezirk Milbertshofen-Am Hart, rund 4 Kilometer nördlich des Marienplatzes. Das Gelände umfasst das frühere Oberwiesenfeld – eine flache Schotterebene, die als Militärparadeplatz, Flugfeld der Frühzeit und Trümmerdeponie der Kriegsjahre diente, bevor sie für die Spiele 1972 vollständig neu gestaltet wurde. Diese Vergangenheit ist buchstäblich sichtbar: Der Olympiaberg, der künstliche Hügel im Park, besteht aus Millionen Kubikmetern Kriegsschutt des Zweiten Weltkriegs.

Der Park umfasst etwa 85 Hektar und wird grob vom Spiridon-Louis-Ring im Süden und Osten begrenzt; der Mittlere Ring (Landshuter Allee) bildet die westliche Grenze, erreichbar über das Autobahndreieck Sapporobogen. Unmittelbar nördlich und östlich befinden sich die BMW-Zentrale und die BMW Welt jenseits des Georg-Brauchle-Rings – dieser Teil Münchens wirkt dadurch wie ein eigenständiges Planquartier: teils Sportkomplex, teils Unternehmensstandort, teils öffentlicher Park.

Der Park schließt sich nahtlos an den nördlichen Gürtel Münchens an. Schwabing, das traditionsreiche Künstler- und Kulturviertel, liegt im Südosten, und das Museumsviertel Maxvorstadt liegt etwa 2 Kilometer südlich. Der Englische Garten beginnt direkt östlich von Schwabing. Der Olympiapark eignet sich damit als nördlicher Ausgangspunkt für jeden Stadtrundgang, der durch den kulturellen Gürtel der Münchner Innenstadt führt.

Charakter & Atmosphäre

Die Stimmung hier verändert sich stark je nach Tageszeit. An Werktagen morgens gehört der Park fast ausschließlich den Einheimischen: Hundebesitzer drehen ihre Runden um den Olympiasee, Radfahrer nutzen die Wege auf dem Weg zur Arbeit, ältere Bewohner joggen auf den Pfaden rund um den Hügel. Das Wasser ist ruhig, das Zeltdach des Olympiastadions fängt das Licht in geometrischen Mustern ein – das Ganze fühlt sich weniger wie eine Touristenattraktion an und mehr wie ein ungewöhnlich gut gestalteter Stadtpark.

An sonnigen Nachmittagen verlagert sich die Stimmung Richtung Freizeit. Studenten der umliegenden Universitäten verteilen sich auf den Hängen des Olympiabergs. Familien mieten Tretboote auf dem See. Die Wege rund ums Stadion füllen sich mit Joggern. Das architektonische Markenzeichen des Parks – das geschwungene Acrylglas-Zeltdach von Frei Otto und Günter Behnisch – wirft wellenförmige Schatten auf den Rasen darunter. Einer jener seltenen Momente, in denen mutige Architektur einen öffentlichen Raum tatsächlich bereichert, statt ihn zu erdrücken.

Konzert- und Veranstaltungsabende verwandeln den Park vollständig. Wenn das Olympiastadion oder das Theatron-Amphitheater eine große Show beherbergt, füllen sich die Zugänge mit Menschenmassen, die vom U-Bahnhof Olympiazentrum zu den Eingängen strömen. Das Theatron – eine halbkreisförmige Freiluftbühne am Westufer des Sees – veranstaltet im Sommer kostenlose Musikfestivals. An bestimmten Wochenenden wird der Park damit zu einem der lebendigsten Außenveranstaltungsorte Bayerns – und das ohne einen einzigen Euro Eintritt.

ℹ️ Gut zu wissen

Der Park ist das ganze Jahr über geöffnet und kostenlos zugänglich. Einzelne Einrichtungen innerhalb des Parks, darunter die Schwimmhalle, erheben separate Eintrittsgelder.

Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

Der Olympiaturm ist das markanteste Wahrzeichen des Parks und – wenn geöffnet – einer der besten Aussichtspunkte Münchens. Von der Aussichtsplattform und dem Drehrestaurant in etwa 185 Metern Höhe bietet sich bei klarem Wetter ein 360-Grad-Panorama: im Süden die Alpen, im Norden die flache bayerische Ebene, darunter das zeltüberdachte Stadion. Wichtig für Besucher 2026: Der Turm ist seit dem 1. Juni 2024 wegen einer umfassenden Sanierung geschlossen und soll voraussichtlich Ende 2027 (Q4 2027) wieder öffnen. Die Aussichtsplattform ist während deines Besuchs nicht zugänglich, der umliegende Park bleibt aber vollständig geöffnet.

Die Allianz Arena zieht zwar mehr Aufmerksamkeit als Fußballstadion auf sich, aber das Olympiastadion bleibt ein bedeutendes Stück Sportgeschichte. Zu beachten: Das Stadion ist seit September 2025 wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen und wird voraussichtlich für etwa zwei bis drei Jahre gesperrt bleiben – Stadionführungen und der Dachklettersteig sind daher während deines Besuchs nicht möglich. Der Park und die Außenarchitektur sind jedoch weiterhin frei zugänglich. Wer mehr über die Ereignisse von 1972 erfahren möchte: Der Park ist unmittelbar mit einem der meistdiskutierten Ereignisse der jüngeren Geschichte verbunden, den Olympischen Spielen München 1972 – einschließlich der Tragödie, die die Spiele überschattete.

Die Olympia-Schwimmhalle und die Olympiahalle sind weiterhin aktive Sport- und Veranstaltungsorte. Die Schwimmhalle ist an ausgewählten Tagen für den öffentlichen Badebetrieb geöffnet – eine der ungewöhnlicheren Möglichkeiten, eine olympische Sportstätte als Tourist zu nutzen. In der Olympiahalle finden regelmäßig Konzerte, Eisshows und Sportveranstaltungen statt; sieh dir vor deinem Besuch unbedingt den offiziellen Veranstaltungskalender des Olympiaparks an.

Der Olympiaberg lohnt eine kurze Besteigung. Mit rund 56 Metern ist er kein Gipfel im eigentlichen Sinne, aber der Blick über das Zeltdach, den See und das Stadion ist hervorragend für Fotos. Auf der Nordseite des Hügels sieht man die BMW-Türme vor dem Parkpanorama – eine dieser zufälligen Kompositionen, die Münchens Norden zusammenhängender wirken lassen als die meisten anderen olympischen Stadtquartiere weltweit.

  • Olympiaturm: seit 1. Juni 2024 wegen Sanierung geschlossen, voraussichtliche Wiedereröffnung Ende 2027; Aussichtsplattform und Drehrestaurant 2026 nicht zugänglich
  • Olympiastadion: seit September 2025 wegen Sanierung geschlossen (voraussichtlich 2–3 Jahre); Stadionführungen und Dachklettersteig nicht möglich, Außenbereich weiterhin zugänglich
  • Olympiasee: Tretbootverleih, Spazierwege am Ufer, freier Eintritt
  • Theatron: kostenlose Open-Air-Konzerte im Sommer, halbkreisförmiges Amphitheater am See
  • Olympiaberg: künstlicher Hügel mit Blick über den gesamten Park, aus Kriegsschutt des Zweiten Weltkriegs aufgeschüttet
  • Olympia-Schwimmhalle: öffentliches Schwimmen an veranstaltungsfreien Tagen
  • Sea Life München: Aquarium innerhalb des Parkkomplexes

💡 Lokaler Tipp

Kombiniere den Olympiapark mit einem Besuch der BMW Welt und des BMW Museums direkt jenseits des Georg-Brauchle-Rings. Beide sind vom U-Bahnhof Olympiazentrum bequem zu Fuß erreichbar und bieten sich als natürliche Kombination für einen halben Tag an.

Wer einen ganzen Tag in diesem Teil Münchens verbringen möchte: Die BMW Welt und das BMW Museum liegen direkt an der nördlichen Parkgrenze und sollten in die Route eingeplant werden.

Essen & Trinken

Das Essensangebot im Park selbst ist solide, aber nicht besonders. Das Drehrestaurant im Olympiaturm ist wegen der laufenden Sanierung geschlossen (voraussichtliche Wiedereröffnung Ende 2027), sodass du dich bei deinem Besuch auf die Kioske am See und am Stadion sowie auf saisonale Essensstände bei Festivals und Konzerten beschränken musst. An normalen Tagen gibt es an den Seekiosken das Übliche: Brezn, gegrillte Würste und kalte Getränke. Die Preise sind für Münchner Verhältnisse in Ordnung, und die Atmosphäre – auf dem Rasen sitzen, das Zeltdach über sich – entschädigt für den fehlenden kulinarischen Anspruch.

Wer richtig essen möchte, findet in den Straßen nördlich des Parks eine lokaler geprägte Auswahl. Das Viertel Neuhausen im Südwesten entlang der Nymphenburger Straße hat eine dichtere Konzentration an Cafés, Bäckereien und Restaurants mit bayerischer und internationaler Küche. Hier findet man auch Supermärkte und Bäckereien, die sich gut für ein Picknick eignen – eine der angenehmsten Möglichkeiten, einen Nachmittag im Park zu verbringen.

Bei Großveranstaltungen erscheinen Food Trucks und temporäre Stände rund um die Stadioneingänge, die in der Regel ein breiteres Angebot bieten. Besonders während der Theatron-Festivals herrscht auf der westlichen Seeseite eine Art Marktcharakter. Wer abends ein Konzert besucht, isst vorher besser in Schwabing oder Neuhausen – das ist in der Regel schneller und günstiger als die Verpflegung im Park.

Einen umfassenderen Überblick über Restaurants und Esskultur in München bietet der München-Restaurantführer. Wer gezielt bayerische Gerichte sucht, findet im bayerischen Speiseführer nützliche Hinweise darauf, was man bestellen sollte und wo.

Anreise & Fortbewegung

Die direkteste Verbindung bietet die U-Bahn-Linie U3 mit Halt am Olympiazentrum, direkt neben dem östlichen Parkeingang nahe dem BMW-Komplex. Auch die Linie U8 hält am Olympiazentrum. Vom Marienplatz dauert die Fahrt mit der U3 nur wenige Minuten. Vom Hauptbahnhof nimmst du die U1 oder U2 eine Station bis zum Sendlinger Tor und steigst dort in die U3 Richtung Norden um – oder du fährst die U3 direkt vom Marienplatz. Am Ausgang des Bahnhofs befindet du dich am Georg-Brauchle-Ring; von dort sind Stadion und Parkeingang nach einem kurzen Fußweg nach Westen sichtbar.

Straßenbahn und Bus bieten weitere Zugangsmöglichkeiten rund um den Park. Haltestellen befinden sich an verschiedenen Parkrändern, darunter Olympiapark West, Petuelring, Spiridon-Louis-Ring, Olympiasee, Olympiaberg und Olympia-Eissportzentrum. So lässt sich der Park je nach Ziel von unterschiedlichen Seiten betreten – besonders praktisch bei Großveranstaltungen, wenn der U-Bahnhof Olympiazentrum überfüllt ist.

Der Park ist gut für Radfahrer geeignet. München hat ein ausgebautes Radwegenetz, und die Strecken aus Schwabing und Maxvorstadt in den Park sind unkompliziert. Der Radfahrführer München gibt einen detaillierten Überblick über das Radnetz der Stadt. Innerhalb des Parks sind die Wege breit und gut ausgeschildert; das flache Gelände rund um den See ist für alle Konditionsstufen geeignet.

⚠️ Besser meiden

An Konzertabenden und bei Großveranstaltungen kann der U-Bahnhof Olympiazentrum direkt nach Veranstaltungsende sehr voll werden. Wer den Andrang vermeiden möchte, geht 10 Minuten südlich zum Georg-Brauchle-Ring und nimmt die Straßenbahn – oder wartet 30 bis 45 Minuten im Park, bevor er zur U-Bahn aufbricht.

Der gesamte öffentliche Nahverkehr in München läuft über das einheitliche MVV-Tarifsystem. Ein einzelnes Ticket kann je nach Zone und Ticketart U-Bahn, Straßenbahn und Bus abdecken. Einen vollständigen Überblick über die Münchner Verkehrsmittel bietet der Reiseführer Münchner Nahverkehr mit aktuellen Zoneninformationen und Tarifen.

Unterkunft

Der Olympiapark ist kein klassisches Hotelquartier. Im Park selbst gibt es keine Unterkunftsangebote, und die unmittelbar angrenzenden Straßen sind überwiegend Wohngebiete. Dennoch kann es sich lohnen, in dieser Gegend zu übernachten – zum Beispiel für Besucher mehrtägiger Veranstaltungen im Stadion oder in der Olympiahalle, für BMW-Welt-Fans oder alle, die dem touristischen Trubel der Altstadt entfliehen möchten, ohne auf gute Verkehrsanbindungen verzichten zu müssen.

In Neuhausen und Schwabing, jeweils 1 bis 2 Kilometer vom Park entfernt, gibt es Hotels von günstigeren Optionen nahe dem Petuelring bis hin zu ruhigeren Mittelklassehotels in Wohnstraßen. Beide Viertel sind gut per U-Bahn mit dem Stadtzentrum verbunden und nachts deutlich ruhiger als die Hotelzonen rund um Hauptbahnhof oder Marienplatz.

Wer vor allem die Stadt erkunden möchte, ist mit einer Unterkunft in der Altstadt, in Maxvorstadt oder in Schwabing und einem Tagesausflug in den Olympiapark in der Regel besser bedient. Der München-Unterkunftsführer bietet eine vollständige Übersicht, welches Viertel für welche Art von Reise am besten geeignet ist.

Praktische Hinweise

Der Park ist das ganze Jahr kostenlos und ohne Einschränkungen zugänglich. Einzelne Einrichtungen – die Schwimmhalle, Sea Life und bestimmte Stadionführungen – erheben separate Eintrittsgelder, die sich ändern können; aktuelle Preise direkt bei Olympiapark München erfragen. Die offizielle Website des Parks (olympiapark.de) führt einen aktuellen Veranstaltungskalender, der im Sommer unverzichtbar ist, wenn sich das Programm wöchentlich ändert.

Das Gelände ist in allen Jahreszeiten familienfreundlich. Im Sommer zieht der See picknickende Familien an; im Winter bietet der Olympiaberg bei ausreichend Schnee gelegentlich Rodelmöglichkeiten, und die Eisbahn im Olympia-Eissportzentrum (direkt neben dem Park) öffnet für öffentliches Eislaufen. Die Hauptwege sind nach Einbruch der Dunkelheit gut beleuchtet, und an Konzertabenden ist ein starkes Sicherheits- und Ordnungspersonal vor Ort.

Der Olympiapark lässt sich gut in ein Programm für den Münchner Norden einbinden und kombiniert sich natürlich mit Schwabing im Südosten. Wer drei Tage in München verbringt, findet im 3-Tage-München-Reiseplan Vorschläge, wie sich der Park sinnvoll in eine Stadtroute integrieren lässt.

Kurzfassung

  • Der Olympiapark ist Münchens olympisches Erbe von 1972: ein 85 Hektar großes Areal mit Stadion, Turm, See und Amphitheater – zugleich bedeutender Veranstaltungsort und alltäglicher Stadtpark.
  • Olympiaturm und Olympiastadion sind 2026 beide wegen Sanierung geschlossen (Turm voraussichtlich Ende 2027 wieder offen, Stadion 2027–2028); das Theatron veranstaltet weiterhin kostenlose Open-Air-Konzerte im Sommer, der übrige Park ist vollständig zugänglich.
  • Bequem erreichbar per U3 bis Olympiazentrum; der Besuch lässt sich gut mit BMW Welt und BMW Museum direkt nördlich kombinieren.
  • Besonders empfehlenswert für Reisende mit Interesse an Sportgeschichte, Architektur oder Outdoor-Aktivitäten; weniger geeignet für alle, die hauptsächlich die Altstadt erkunden oder feiern möchten.
  • Der Park ist ganzjährig kostenlos zugänglich; im Sommer lohnt ein Blick in den Veranstaltungskalender – fast jedes Wochenende finden Konzerte oder Festivals statt.

Top-Sehenswürdigkeiten in Olympiapark

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