Blaue Grotte Kotor: Touren, Tipps & was dich erwartet
Die Blaue Grotte bei Kotor ist eines der meistfotografierten Naturwunder Montenegros – aber der Besuch will gut geplant sein. Dieser Guide erklärt alles: Touren, Preise, Jahreszeiten und wie das Erlebnis wirklich ist.

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Kurzfassung
- Die Blaue Grotte ist eine Meereshöhle bei Kotor, die nur per Boot erreichbar ist – meist als Teil einer Bootstour durch die Bucht von Kotor mit mehreren Stopps.
- Im Sommer kann es voll werden: Der Höhleneingang ist eng genug für nur ein kleines Boot. Früh aufbrechen oder eine Privattour buchen lohnt sich, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
- Die meisten Besucher kombinieren die Grotte mit Perast und der Felsenkirche Unserer Lieben Frau auf einem Halb- oder Ganztagesausflug.
- Das Wasser ist am klarsten und das typische Blaulicht am intensivsten zwischen Ende Mai und Anfang September, wenn die Sonne im richtigen Winkel einfällt.
- Rechne mit ca. 25–50 € pro Person für eine Gruppenbootstour; ein privates Boot kostet je nach Dauer 100–200 € oder mehr. Einen vollständigen Vergleich findest du unter Bootstouren in der Bucht von Kotor.
Was ist die Blaue Grotte und wo liegt sie?

Die Blaue Grotte (auf Montenegrinisch: Plava Špilja) ist eine kleine Meereshöhle, die in die Kalksteinfelsen an der Adriaküste geschnitten wurde – nur eine kurze Bootsfahrt von Kotor entfernt. Im Vergleich zur berühmteren Blauen Grotte auf der kroatischen Insel Biševo bei Hvar ist sie kompakter und weniger touristisch erschlossen, was das Erlebnis bei guten Bedingungen persönlicher macht – aber die Kapazität ist entsprechend begrenzt. Die Grotte liegt nahe dem Dorf Žukovac, auf dem Wasserweg etwa 8–10 km von Kotors Altstadt entfernt.
Der optische Effekt, der Besucher anzieht, entsteht durch Sonnenlicht, das durch eine Unterwasseröffnung im Höhlenboden einfällt und sich im klaren Meerwasser bricht – dadurch erstrahlt das Innere in einem intensiven Blaulicht. Der Effekt ist am stärksten zwischen etwa 10 und 13 Uhr an sonnigen Tagen. Bei bedecktem Himmel oder außerhalb der Hauptsaison fällt das Leuchten deutlich schwächer aus, die Höhle bleibt aber trotzdem zugänglich.
ℹ️ Gut zu wissen
Die Höhle wird nicht künstlich beleuchtet. Das blaue Licht entsteht ausschließlich durch natürliches Sonnenlicht, das durch den Unterwasserkanal fällt. An bewölkten Tagen ist der Effekt kaum zu sehen – schau also unbedingt in die Wettervorhersage, bevor du eine nicht stornierbare Tour buchst.
Wie kommt man von Kotor zur Blauen Grotte?

Es gibt keinen Landweg zur Blauen Grotte. Die einzige Möglichkeit ist das Boot, du bist also vollständig auf organisierte Transfers angewiesen. Die meisten Besucher erreichen sie im Rahmen einer Bootstour durch die Bucht von Kotor, die vom Kotorer Ufer oder Marina abfährt. Einige Touren starten in Tivat oder Budva, aber Kotor ist der häufigste und praktischste Ausgangspunkt.
- Gruppentouren per Schnellboot Die günstigste Option, typischerweise 25–40 € pro Person. Gruppen von 8–12 Personen teilen sich ein Schnellboot und fahren mehrere Stopps an: Blaue Grotte, Felsenkirche Unserer Lieben Frau, Perast und manchmal die Insel Mamula. Dauer: 4–6 Stunden.
- Privates Bootscharter Volle Flexibilität bei Zeiteinteilung und Stopps. Preise ab 100–200 € für einen halben Tag, je nach Bootsgröße und Anbieter. Ideal für Paare oder kleine Gruppen, die ihr eigenes Tempo bestimmen und Stoßzeiten an der Grotte umgehen möchten.
- Kajaktouren Eine langsamere, körperlich anspruchsvollere Option, die dich nah ans Wasser bringt. Nicht alle Kajakrouten fahren bei Wellengang tatsächlich in die Höhle hinein – das vorher beim Anbieter klären.
- Wassertaxi Vom Kotorer Hafen aus können Wassertaxis für individuelle Routen verhandelt werden. Pro Person teurer als Gruppentouren, aber günstiger als ein komplettes Boot allein zu chartern.
⚠️ Besser meiden
Keine Touren von aufdringlichen Anbietern am Ufer buchen, die ohne klares Programm oder schriftlichen Preis auf dich zukommen. Seriöse Anbieter haben feste Abfahrtzeiten, gedruckte Fahrpläne und schreiben Schwimmwesten vor. Immer nachfragen, ob die Blaue Grotte ein garantierter Stopp ist oder nur bei gutem Wetter angefahren wird.
Die beste Reisezeit für die Blaue Grotte

Für die Blaue Grotte spielt die Jahreszeit eine größere Rolle als bei fast allen anderen Sehenswürdigkeiten rund um Kotor. Wasserklarheit, Sonnenwinkel und Meeresbedingungen ergeben zusammen nur ein enges Fenster für den idealen Besuch.
Ende Mai bis Anfang September ist die beste Zeit. Juli und August bieten das intensivste Licht und das ruhigste Wasser, bringen aber auch den stärksten Kreuzfahrtbetrieb und die meisten Reisegruppen nach Kotors Altstadt. Wer Ende Juni oder Anfang September kommt, genießt oft ähnliche Bedingungen mit deutlich weniger Andrang am Höhleneingang.
- Morgens (8–9 Uhr): bester Lichteinfallswinkel, weniger Boote vor der Grotte, ruhigere Bucht bevor der Nachmittagswind aufkommt.
- Mittags (10–13 Uhr): intensivstes Blaulicht, aber maximaler Andrang – besonders wenn Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen.
- Nachmittags: das Licht in der Höhle lässt früher nach als erwartet, und der Bora-Wind kann die Fahrt unruhig machen.
- Oktober bis April: Die Grotte ist an ruhigen Tagen zugänglich, aber der Blaueffekt ist schwach. Die meisten Gruppentouren stellen den Betrieb außerhalb der Sommersaison ein oder fahren nur noch eingeschränkte Programme.
✨ Profi-Tipp
Vor der Buchung lohnt sich ein Blick auf den Kreuzfahrtplan von Kotor. An Tagen, an denen zwei oder drei große Schiffe gleichzeitig anlegen, kann die Warteschlange vor der Blauen Grotte bis zu 45 Minuten betragen – schaukelnd im Wasser, während man darauf wartet, dass die Boote vor einem herausfahren. Im Kreuzfahrthafen-Guide sind die Anlegedaten aufgeführt, damit du deine Tour entsprechend planen kannst.
Was dich in der Höhle erwartet

Der Höhleneingang ist niedrig und schmal – etwa 2–3 Meter breit – sodass Boote den Motor abschalten und hineingleiten oder -paddeln müssen. Passagiere müssen dabei den Kopf einziehen. Im Inneren öffnet sich die Höhle zu einer Kammer von etwa 10–15 Metern Durchmesser. An einem guten Tag leuchtet das Wasser in einem satten Kobaltblau, und man kann mehrere Meter in die Tiefe sehen. Die hellen Kalksteinwände nehmen das reflektierte Licht auf und verstärken den Effekt noch.
Schwimmen in der Höhle ist bei den meisten Touren erlaubt und gehört ehrlich gesagt zu den besten Momenten. Im Sommer liegt die Wassertemperatur bei etwa 22–24 °C, und in diesem blauen Licht zu schwimmen, umgeben von den Höhlenwänden, ist eines dieser Erlebnisse, die auf Fotos gut rüberkommen – in Wirklichkeit aber noch beeindruckender sind. Eine Unterwasserkamera oder ein wasserdichtes Handyhülle lohnen sich, die Fotos von drinnen sind es wert.
Realistisch betrachtet verbringen die meisten Boote 10–20 Minuten in der Höhle, bevor das nächste wartet. An vollen Sommertagen schrumpft dieses Fenster noch weiter. Die Erwartungen sollten stimmen: Das hier ist kein Höhlensystem, das man stundenlang erkundet. Es ist ein kurzes, eindrucksvolles Spektakel. Wer Kroatiens Biševo-Grotte kennt, wird feststellen, dass die Kotorer Version kleiner ist – an einem guten Tag aber genauso leuchtendes Blau bietet.
Die Blaue Grotte mit anderen Stopps in der Bucht kombinieren

Fast jede Tour zur Blauen Grotte kombiniert sie mit weiteren Stopps – angesichts der Entfernungen ist das sinnvoll. Die naheliegendste Kombination ist die Grotte mit Unserer Lieben Frau auf dem Felsen, der künstlichen Inselkirche direkt vor Perast. Von dort legen die meisten Boote kurz in Perast selbst an – einem der fotogensten Dörfer Montenegros.
Längere Touren fahren manchmal zur Insel Mamula, einer österreichisch-ungarischen Festung aus dem 19. Jahrhundert nahe dem Buchtenausgang, oder weiter Richtung Budva und die offene Küste. Wer nur einen halben Tag hat, ist mit der Kombination Blaue Grotte und Perast bestens bedient. Eine Ganztags-Tour ergänzt Mamula und manchmal einen Badestopp in der Blauen Grotte – von manchen Anbietern auch „Blaue Höhle" genannt, aber es ist dieselbe Grotte.
Praktische Infos und Buchungstipps
Touren starten an der Kotorer Marina und am Ufer nahe dem Meerestor. In der Hochsaison (Juli–August) gibt es von etwa 8 bis 14 Uhr laufend Abfahrten, teils auch am Nachmittag. In der Nebensaison reicht es, einen Tag im Voraus zu buchen; im Juli und August lieber 2–3 Tage früher buchen, besonders für Privatchartern.
- Badezeug unter der Kleidung anziehen – bei den meisten Touren gibt es Schwimmstopps.
- Sonnencreme und Hut einpacken, denn auf dem Schnellboot gibt es keinen Schatten.
- Seekrankheit ist in der geschützten Bucht selten, kann aber an raueren Tagen nahe dem offenen Meer auftreten.
- Schwimmwesten sollten auf allen kommerziellen Touren gestellt werden – falls nicht, ist das ein Warnsignal.
- Fotos: Ein Weitwinkelobjektiv oder die Handykamera eignen sich gut für das Höhleninnere. GoPro-Kameras sind ideal für Unterwasseraufnahmen.
- Zahlung: Die meisten Anbieter nehmen Bargeld in Euro. Manche akzeptieren Karten – das vor dem Einsteigen klären.
Wer aus Kroatien anreist und Kotor als Tagesausflug plant, braucht für die Strecke von Dubrovnik nach Kotor mit Bus oder Auto etwa 2–2,5 Stunden, was genug Zeit für eine morgendliche Bootstour lässt, bevor man die Altstadt erkundet. Beides an einem einzigen Tag zu hetzen ist aber anstrengend. Mit einer Übernachtung ist das Erlebnis viel entspannter, und man bekommt Morgentermine, die Tagesausflügler schlicht verpassen.
💡 Lokaler Tipp
Wer mehrere Tage in Kotor verbringt, sollte die Grotten-Tour auf den zweiten Tag legen. Den ersten Tag in der Altstadt verbringen, die Festungsmauern hochklettern und ankommen. So hat man noch Puffer, falls das Wetter die Bootstour verzögert oder absagt – und verliert nicht den letzten Tag.
Wer einen umfassenderen Überblick über die Tagesplanung möchte, findet im 2-Tage-Reiseplan für Kotor eine logische Abfolge, die eine Bootstour durch die Bucht einschließt, ohne den Rest von Kotor zu opfern.
Häufige Fragen
Wo genau liegt die Blaue Grotte bei Kotor?
Die Blaue Grotte befindet sich an der Kalksteinküste der Bucht von Kotor, nahe dem Dorf Žukovac, auf dem Wasserweg etwa 8–10 km von Kotors Altstadt entfernt. Sie ist nicht per Straße zugänglich und kann nur per Boot erreicht werden.
Lohnt sich ein Besuch der Blauen Grotte von Kotor aus?
An einem sonnigen Sommermorgen mit ruhigem Wasser: eindeutig ja. Der Blaulichteffekt ist wirklich beeindruckend, und die Buchtlandschaft macht die Bootsfahrt schon für sich lohnenswert. An einem bewölkten Tag oder bei überfülltem Mittagsbetrieb ist das Erlebnis deutlich weniger spektakulär. Bei wenig Zeit unbedingt auf eine Morgenabfahrt an einem klaren Tag setzen.
Was kostet eine Tour zur Blauen Grotte ab Kotor?
Gruppentouren per Schnellboot kosten in der Regel 25–45 € pro Person und beinhalten mehrere Stopps in der Bucht. Privatchartern starten bei etwa 100–150 € für ein halbes Tagesboot, was ab einer Gruppe von 4 Personen durchaus günstig sein kann. Die Preise variieren je nach Anbieter und Saison.
Darf man in der Blauen Grotte schwimmen?
Ja, Schwimmen ist bei den meisten Touren in der Höhle erlaubt und gehört zu den Highlights. Im Sommer hat das Wasser etwa 22–24 °C. Die Boote bleiben in der Regel 10–20 Minuten drinnen, also bleibt bei günstigen Bedingungen genug Zeit für ein kurzes Bad.
Wann ist die beste Tageszeit für einen Besuch der Blauen Grotte?
Morgenabfahrten zwischen 8 und 10 Uhr bieten die beste Kombination aus Lichtwinkel, ruhigem Wasser und weniger Andrang. Das Blaulicht erreicht seinen Höhepunkt am späten Vormittag, wenn die Sonne hoch genug steht, um sich durch den Unterwasserkanal zu brechen. Mittagsbesuche im Juli und August möglichst meiden, wenn mehrere Tourboote gleichzeitig am Eingang warten.