Rodini-Park: Rhodos' antiker Park mit überraschender Geschichte
Der Rodini-Park ist ein schattiges, von einem Bach durchzogenes Grüngebiet, nur 3 km südlich der Altstadt von Rhodos – kostenloser Eintritt, das ganze Jahr geöffnet. Er gilt als einer der ältesten angelegten Parks der Welt, reicht zurück bis ins antike Griechenland und war einst Heimat einer berühmten Rhetorenschule. Eine echte Abwechslung zu den Stränden und mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten der Insel.
Fakten im Überblick
- Lage
- Rhodos-Lindos-Straße, Rodini, 3 km südlich des Stadtzentrums von Rhodos
- Anfahrt
- Linienbus Richtung Lindos oder kurze Taxifahrt aus der Neustadt; Parkeingang auf der linken Seite an der Ampelkreuzung auf dem Weg nach Süden
- Zeitbedarf
- 1 bis 2 Stunden
- Kosten
- Kostenloser Eintritt
- Am besten für
- Familien, Geschichtsinteressierte, Einheimische, die an einem heißen Nachmittag Schatten suchen

Was der Rodini-Park wirklich ist
Der Rodini-Park (Ροδίνι) ist ein langer, schmaler Streifen gewachsenen Waldes, der einem natürlichen Bachtal am südlichen Rand der Stadt Rhodos folgt. Er liegt entlang der Rhodos-Lindos-Straße, gesäumt von Zypressen, Platanen und Pinien, mit einer Reihe kleiner Brücken, Trittsteine und bescheidenen Wasserfällen, die die Wanderwege an beiden Ufern verbinden. Die Luft drinnen ist spürbar kühler als auf den umliegenden Straßen, und das Rauschen des Wassers verdrängt den Verkehrslärm fast sofort, sobald man die Hauptstraße verlässt.
Das hier ist kein gepflegter botanischer Garten. Erwarte unebene Schotterwege, hohes Gras, Enten auf dem Bach und ein kleines, bescheidenes Tiergehege, das Kinder eher charmant als beeindruckend finden. Einige Bereiche haben Graffiti an den Steinwänden, und der Zustand hinsichtlich Müll schwankt je nach letztem Reinigungsdurchgang. Diese Ehrlichkeit ist wichtig für realistische Erwartungen: Rodini ist ein angenehmes, atmosphärisches Grüngebiet mit außergewöhnlichen historischen Referenzen – keine polierte Touristenattraktion.
💡 Lokaler Tipp
Besuch an einem Wochentag morgens, wenn du fast allein sein möchtest. An Sonntagsnachmittagen im Sommer füllt sich der Park mit einheimischen Familien beim Picknick, was die Stimmung komplett verändert – wenn auch nicht unangenehm.
Eine Geschichte, die es ernst zu nehmen lohnt
Der Rodini-Park trägt eine Behauptung, die jeden geschichtlich interessierten Reisenden innehalten lassen sollte: Er gilt weithin als einer der ältesten absichtlich angelegten Parks der Welt, mit Ursprüngen, die mindestens bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen. Ein antikes Aquädukt und ein in den Fels gehauener Wasserturm, noch heute im oberen Parkbereich sichtbar, gehörten einst zur Wasserversorgung der antiken Stadt Rhodos.
Noch bedeutsamer: Um 330 v. Chr. gründete der athenische Redner Aischines hier eine Rhetorenschule, nachdem er Athen nach seiner Niederlage gegen Demosthenes verlassen hatte. Die Schule erregte im gesamten antiken Mittelmeerraum großes Aufsehen. Historischen Berichten zufolge sollen sowohl Cicero als auch Julius Caesar auf Rhodos Rhetorik studiert haben – und obwohl die konkrete Verbindung zu Rodini Teil einer breiteren wissenschaftlichen Debatte ist, ist die Verknüpfung des Ortes mit dieser intellektuellen Tradition in den Quellen gut belegt.
Die Geschichte des Parks endet nicht bei den Antiken. Die Johanniter nutzten das Tal während ihrer Herrschaft über Rhodos vom 14. bis zum frühen 16. Jahrhundert, und die osmanische Zeit fügte der Landschaft weitere Schichten hinzu. Wer durch den Rodini-Park spaziert, befindet sich nicht nur in einem Grüngebiet – sondern an einem Ort, der über mehr als zwei Jahrtausende von aufeinanderfolgenden Zivilisationen geformt und umgestaltet wurde.
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Der praktische Rundgang: Was dich bei der Ankunft erwartet
Der Haupteingang befindet sich auf der linken Seite der Rhodos-Lindos-Straße Richtung Süden, an einer Ampelkreuzung etwa 3 km vom Zentrum der Stadt Rhodos entfernt. Es gibt kein imposantes Tor oder eine Besucherkasse. Man geht einfach rein. Ein kleiner Parkplatz liegt am Eingang, allerdings ist der Platz an belebten Tagen begrenzt.
Vom Eingang aus folgt ein Hauptweg dem Bach bergab durchs Tal. Die Strecke ist weitgehend linear, sodass man sich gut zurechtfindet. Je tiefer man eindringt, desto dichter wird der Baumbestand, desto schmaler der Weg – und man beginnt, die Steinbrücken und die fotogeneren Abschnitte des Bachs mit seinen flachen Wasserfällen zu entdecken. Die antiken Felsengräber und Wasserkanalreste befinden sich im oberen und mittleren Parkbereich und sind nicht immer gut beschildert – also die Steinwände beim Gehen aufmerksam im Blick behalten.
Ein kleiner Kinderspielplatz und das Tiergehege liegen ungefähr in der Mitte des Parks – ein natürlicher Wendepunkt für Familien mit kleinen Kindern. Wer weiterwandert, findet einen ruhigeren, etwas wilderen Park mit weniger Besuchern und mehr Atmosphäre. Bequeme Schuhe mit griffiger Sohle sind ratsam; die Wege werden nach Regen in der Nähe des Wassers rutschig.
⚠️ Besser meiden
Zugang für Rollstühle und Kinderwagen ist eingeschränkt. Das Gelände ist größtenteils natürlich und uneben, mit Stufen und schmalen Brücken. Ein Kinderwagen ist am Eingang noch praktikabel, wird weiter innen aber zunehmend schwierig.
Wie sich der Park im Tagesverlauf verändert
Frühe Besuche vor 9 Uhr lohnen sich wirklich. Das Licht fällt in einem flachen Winkel durch die Zypressen, das Bachrauschen ist ungestört, und man kann lange Wegstrecken völlig für sich haben. Das Vogelleben ist in den ersten Tagesstunden am aktivsten, und die kühlere Temperatur macht den Spaziergang in den Sommermonaten angenehmer, wenn die Tageshöchstwerte regelmäßig 30 °C überschreiten.
Gegen Vormittag kommen Hundehalter und Jogger. Um die Mittagszeit im Juli und August ist der Park am beliebtesten bei Touristen, die aus der Altstadt herübergelaufen sind oder ein Taxi genommen haben. Der Schatten macht ihn zu einem der wenigen Orte im Freien in Rhodos-Stadt, der während der heißesten Tageszeit noch erträglich ist – was seine Beliebtheit zum Teil erklärt. Das späte Nachmittagslicht, gegen 17 bis 18 Uhr, ist die beste Zeit für Fotos: Die goldenen Töne treffen Wasser und alte Steinmauern in einem Winkel, der selbst die Graffiti-Bereiche atmosphärisch wirken lässt.
Anreise und Kombination mit anderen Sehenswürdigkeiten
Der Rodini-Park liegt direkt an der Hauptstraße nach Lindos – als kurzer Stopp bei ohnehin geplanter Fahrt nach Süden mit Mietwagen oder Taxi bietet er sich daher an. Der Linienbus Richtung Lindos hält am Parkeingang, sodass er auch ohne Auto erreichbar ist. Fahrpläne und Streckeninformationen gibt es am KTEL-Busterminal in Rhodos-Stadt oder im Ratgeber für die Fortbewegung auf Rhodos.
Von Rodini aus ist es ein kurzes Stück zurück nach Norden in die Neustadt von Rhodos, von wo aus der Mandraki-Hafen und die nördlichen Strände in wenigen Minuten erreichbar sind. Oder man fährt weiter südwärts zu den Sehenswürdigkeiten im Inselinneren. Der Park lässt sich gut mit einem Vormittag in der Altstadt von Rhodos kombinieren, wenn man mittelalterliche Steinmauern und lebendiges Grün am selben Tag erleben möchte.
Fotografie, Tierwelt und praktische Details
Die fotogensten Motive sind die alten Steinbrücken, die Enten auf dem Bach und das Licht, das morgens durch die Baumkronen bricht. Ein Weitwinkelobjektiv erfasst die gesamte Tiefe des Talkorridor. Für die antiken Felseinschnitte liefert eine Smartphone-Kamera mit deaktiviertem Porträtmodus in den schattigen Bereichen bessere Ergebnisse als automatisches HDR, das die Steintöne oft zu stark nachbearbeitet.
Die Tierwelt ist überschaubar, aber vorhanden: Enten sind ständige Bewohner, und im Frühjahr ziehen die umliegenden Bäume Zugvögel an, die durch die Ägäis ziehen. Das Tiergehege beherbergte historisch gesehen Pfauen und Rehe, obwohl Zustand und Bestand des Geheges im Laufe der Zeit variieren. Wer ernsthaft Wildtiere und Natur fotografieren möchte, ist das Schmetterlingtal weiter im Inselinneren die beeindruckendere Naturoption auf Rhodos.
Im Park stehen überall Bänke – praktisch für eine Pause oder ein ruhiges Picknick. Innerhalb des Parks gibt es kein Café und keinen Essensstand. Bring Wasser mit, besonders im Sommer. Die Adresse des Parks lautet Rodini, Rhodos 85100; die verzeichnete Telefonnummer ist +30 22410 73077, diese verbindet allerdings mit der Gemeindeverwaltung und nicht mit einem besetzten Parkbüro.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Rodini-Park hat keinen Eintritt und keine angegebene Schließzeit. Er ist das ganze Jahr über zugänglich, wobei Winterbesuche nach Regen die Wege matschig machen und manche Bachübergänge schwierig werden können.
Für wen er geeignet ist – und für wen nicht
Der Rodini-Park eignet sich am besten für Reisende, die Kontext zu schätzen wissen – also für Menschen, die echtes Vergnügen darin finden, an einem Ort zu stehen und zu wissen, dass er seit über zweitausend Jahren kontinuierlich genutzt wird. Er ist auch eine gute Wahl für Familien, die eine Freizeitfläche im Freien ohne Eintrittsgeld suchen, und für alle, die zu viele Tage am Strand oder in Museen verbracht haben und einfach irgendwo kühl und ruhig spazieren gehen möchten.
Nicht geeignet ist er für Besucher, die ihre Sehenswürdigkeiten aufwendig kuratiert und makellos gepflegt brauchen. Wer ihn innerlich mit einem gut finanzierten botanischen Garten in einer europäischen Großstadt vergleicht, wird enttäuscht wegfahren. Der Wert des Parks liegt in seiner Atmosphäre, seiner Geschichte und seiner Zugänglichkeit – nicht in Hochglanz. Reisende mit eingeschränkter Mobilität sollten das unebene Gelände einkalkulieren und entsprechend planen.
Insider-Tipps
- Der antike in den Fels gehauene Wasserkanal und die Grabfassaden befinden sich im oberen Mittelteil des Parks, in die Felswand auf der rechten Seite des Hauptweges eingelassen. Man läuft leicht daran vorbei, ohne sie zu bemerken. Geh langsamer und schau dir die Steinwände genau an.
- Sonntagnachmittags kommen viele einheimische Familien, was mehr Trubel bedeutet, aber auch ein authentisches Bild davon vermittelt, wie die Rhodier den Park tatsächlich nutzen. Wer Ruhe bevorzugt, ist an einem Dienstag- oder Mittwochmorgen am besten aufgehoben.
- Der Bach führt im Frühjahr (März bis Mai) nach den Winterregen am meisten Wasser – die kleinen Wasserfälle sind dann deutlich beeindruckender als im August, wenn der Pegel sinkt.
- Im Park gibt es kein Café. Die nächsten zuverlässigen Optionen für Kaffee oder Essen findet man zurück an der Hauptstraße Richtung Rhodos-Stadt. Bring eine Wasserflasche und einen Snack mit, wenn du länger als eine Stunde bleiben möchtest.
- Kombiniere den Besuch mit einem Spaziergang durch die Neustadt und schließe die Tour am Mandraki-Hafen ab – ein halbtägiger Rundgang, der nichts außer dem Taxi- oder Busfahrpreis zum Park kostet.
Für wen ist Rodini-Park geeignet?
- Geschichtsbegeisterte, die einen Ort mit echten antiken Wurzeln abseits der Touristenströme erleben möchten
- Familien mit kleinen Kindern, die ein kostenloses, schattiges Outdoor-Gelände mit Spielplatz und Enten suchen
- Besucher, die mehrere Tage in Rhodos-Stadt verbringen und eine Abwechslung zu Stränden und mittelalterlichen Monumenten suchen
- Fotografen, die nach stimmungsvollem Licht durch Baumkronen und altes Gestein suchen
- Reisende mit kleinem Budget, die etwas Substanzielles ohne Eintrittspreis suchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Rhodos Neustadt:
- Akropolis von Rhodos
Auf dem Hügel Monte Smith, etwa 3 km südwestlich des Stadtzentrums, liegt die Akropolis von Rhodos – ein archäologisches Freiluftgelände aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Zu sehen sind der teilweise rekonstruierte Apollon-Tempel, ein 210 Meter langes hellenistisches Stadion, ein Odeon und ein weiter Blick über die Ägäis. Der Eintritt ist frei, der Andrang gering – und die Anlage vermittelt ein echtes Gefühl für das antike Rhodos, das die mittelalterliche Altstadt schlicht nicht bieten kann.
- Antikes Stadion von Rhodos
Das antike Stadion von Rhodos liegt auf dem Monte-Smith-Hügel, als Teil des größeren Akropolis-Komplexes von Rhodos. Es stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und war Austragungsort der Haleion-Spiele zu Ehren des Helios. Der Eintritt ist frei, die Aussicht beeindruckend – und das Gelände ist deutlich ruhiger als die mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
- Koloss von Rhodos (Historische Stätte)
Als eines der Sieben Weltwunder der Antike war der Koloss von Rhodos eine 33 Meter hohe Bronzestatue des Sonnengottes Helios, errichtet zum Dank für einen bedeutenden Militärsieg. Heute ist keine physische Spur mehr davon übrig – aber wer die Geschichte kennt, sieht den Hafen, die Stadt und Rhodos mit ganz anderen Augen.
- Elli Beach
Elli Beach erstreckt sich über 400 Meter an der nördlichen Spitze von Rhodos-Stadt, zwischen dem Hafen Mandraki und dem Aquarium von Rhodos. Mit kostenlosem Eintritt, Wassersport, Strandbar und klarem Ägäiswasser ist er das urbane Strandzentrum der Insel. Kein einsamer Traumstrand – aber für Lage und Charakter kommt kaum ein anderer Stadtstrand heran.