Republikplatz (Prokurative): Splits große Bühne für Kultur und Alltagsleben

Der Trg Republike, von Einheimischen Prokurative genannt, ist ein weitläufiger neorenaissancistischer Platz westlich des Diokletianspalasts. Er ist rund um die Uhr kostenlos zugänglich und verwandelt sich von einem ruhigen Morgentreffpunkt in ein Open-Air-Konzertgelände an Sommerabenden. Dieser Guide zeigt, was es zu sehen gibt, wann du am besten hingehst und warum die Einheimischen ihn als ihr zweites Wohnzimmer betrachten.

Fakten im Überblick

Lage
Trg Republike, 21000 Split, Kroatien – direkt westlich der Riva-Promenade und des Diokletianspalasts
Anfahrt
Zu Fuß westlich entlang der Riva vom Diokletianspalast (ca. 5 Minuten); Stadtbusse halten an den Riva-Haltestellen auf der Obala Hrvatskog narodnog preporoda
Zeitbedarf
20–45 Minuten für einen gemütlichen Rundgang; länger, wenn eine Veranstaltung stattfindet
Kosten
Kostenlos – öffentlicher Platz, 24 Stunden am Tag, das ganze Jahr über
Am besten für
Architekturliebhaber, Abendspaziergänger, Konzertbesucher und alle, die dem Trubel rund um den Palast entkommen wollen
Weitwinkelbild des Republikplatzes (Prokurative) in Split, Kroatien, mit seinen roten neorenaissancistischen Fassaden, gewölbten Kolonnaden und Menschen, die den offenen Platz unter blauem Himmel genießen.

Was ist die Prokurative eigentlich?

Der Republikplatz – offiziell Trg Republike, von Einheimischen fast ausnahmslos Prokurative genannt – ist ein großer rechteckiger Freilichtplatz, der auf drei Seiten von durchgehenden neorenaissancistischen Arkaden umrahmt wird. Die Südseite öffnet sich direkt zur Adria hin und verleiht dem Platz eine theatralische Wirkung: Er schaut auf den Hafen wie eine Bühne auf ihr Publikum. Er liegt nur einen kurzen Spaziergang westlich des Diokletianspalasts entlang der Riva-Promenade und ist damit einer der zugänglichsten und am meisten unterschätzten Orte im Stadtzentrum.

Die meisten Besucher laufen an der Prokurative vorbei, wenn sie zwischen der Riva-Promenade und dem westlichen Rand der Altstadt unterwegs sind, ohne anzuhalten. Das ist ein Fehler. Der Platz lohnt sich für ein paar Minuten der Ruhe: Die Arkadenkolonnen werfen lange geometrische Schatten auf das helle Marmortpflaster, und die Proportionen der Kolonnadenflügel erzeugen eine Perspektive, die größer wirkt, als der Platz eigentlich ist.

💡 Lokaler Tipp

Komm zur Prokurative gegen Sonnenuntergang. Das flache Licht trifft den honigfarbenen Stein der Arkaden in seinem schönsten Moment, und die Temperatur fällt weit genug, dass der offene Platz selbst im Juli angenehm ist.

Architektur und Geschichte: Ein venezianischer Traum in Dalmatien

Die Prokurative wurde Mitte des 19. Jahrhunderts unter Bürgermeister Antonio Bajamonti gebaut, einer prägenden Persönlichkeit des Splitser Stadtlebens, der sich einen Platz nach dem Vorbild der Piazza San Marco in Venedig vorstellte. Das Ergebnis ist eine dreiseitige Kolonnade im neorenaissancistischen Stil, wobei die offene vierte Seite nach Süden zum Meer zeigt. Die Symmetrie ist kein Zufall: Bajamonti wollte Split ein urbanes Herzstück geben, das in der Zeit der österreichisch-ungarischen Herrschaft politische Stärke und kulturelle Reife ausstrahlte.

Das Bajamonti-Theater, das 1859 als kulturelles Herzstück des Platzes eröffnet wurde, befand sich einst auf der Südseite, nahe der Stelle, an der der Platz zur Riva hin offen ist. Es wurde nach Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg abgerissen und nie wieder aufgebaut. Ein neoklassizistischer Brunnen wurde 1947 hinzugefügt, aber später von den kommunistischen Nachkriegsbehörden entfernt. Was heute übrig bleibt, ist im Wesentlichen die Kolonnade selbst – ihrer ursprünglichen Mittelstücke beraubt, architektonisch aber intakt. Die Arkaden sind zweigeschossig, mit gewölbten Durchgängen im Erdgeschoss und Fenstern im Obergeschoss in rhythmischer Wiederholung. Die überdachten Gänge, die sich über die gesamte Länge beider Flügel erstrecken, sind mit Cafétischen gesäumt und bieten überdachte Sitzplätze für Veranstaltungen auf dem Hauptboden.

Der Platz liegt am westlichen Rand des Bereichs, den die meisten Besucher mit dem antiken Stadtkern verbinden. Der Diokletianspalast beginnt nur wenige Gehminuten weiter östlich – und der Kontrast zwischen einer römisch-imperialen Ruine und einem venezianisch inspirierten Bürgerplatz des 19. Jahrhunderts sagt einiges über Splits vielschichtige Identität als Stadt aus.

Tickets & Führungen

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  • Blue Cave and Hvar 5 islands tour from Split

    Ab 145 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
  • Krka national park tour from Split

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Wie sich die Prokurative im Tagesverlauf verändert

Morgens ist die Prokurative so ruhig, dass man Tauben hören kann. Einheimische queren den Platz auf dem Weg zum Pazar-Markt oder in die Altstadt, und eine Handvoll Frühaufsteher sitzt auf den Caféterrassen unter den Arkaden. Der Marmor unter den Füßen ist kühl, und der ganze Platz hat eine leicht verlassene Atmosphäre, die für die Fotografie eigentlich ideal ist. Das gleichmäßige Licht des frühen Morgens vermeidet die harten Schatten, die Mittagsaufnahmen der Kolonnaden flach und überbelichtet wirken lassen.

Am späten Nachmittag füllt sich der Platz mit einer Mischung aus Touristen, die vom Palast aus westwärts geschlendert sind, und einheimischen Familien, deren Kinder über das weitläufige Pflaster rennen. Die Arkadenrestaurants werden merklich belebter. An Abenden unter der Woche verfällt der Platz in einen entspannten Rhythmus aus Menschenbeobachten und Kaffeetrinken – grundsätzlich derselbe Rhythmus wie auf der Riva, nur mit weniger Andrang.

Sommerabende verändern alles. Wenn Konzerte oder Festivalveranstaltungen geplant sind, füllen Holzstühle den zentralen Boden, eine Bühne wird gegen die nördliche Kolonnade aufgestellt, und die Prokurative wird zu einem der stimmungsvollsten Open-Air-Veranstaltungsorte Dalmatiens. Die Steinarkaden fungieren als natürliche Akustikreflektoren, und einer klassischen Aufführung oder einem Jazz-Set zuzuhören, während im Hintergrund der Hafen zu sehen ist, ist ein Erlebnis, das allein schon einen Besuch in Split rechtfertigt.

ℹ️ Gut zu wissen

Das Split Music Festival nutzt die Prokurative im Sommer als einen seiner Hauptspielorte. Schau vor deinem Besuch in die lokalen Veranstaltungskalender oder auf die Website des Split Tourist Board (visitsplit.com), um zu sehen, ob etwas auf dem Programm steht. Ticketpreise und Termine ändern sich jährlich – vor Veröffentlichung bitte überprüfen.

Ein Rundgang durch den Platz: Worauf du achten solltest

Betritt den Platz von der Riva-Seite aus, also von Süden. So hast du die vollständige Kolonnadenfassade als ersten Anblick – das ist der beabsichtigte Zugang. Das Pflaster besteht aus hellem Kalkstein, in den Hauptwegen glatt abgetreten und an den Arkadenrändern etwas rauer. An heißen Tagen ist der Schatten unter den Arkaden spürbar kühler als das offene Zentrum.

Geh die gesamte Länge beider Arkadenflügel entlang. Die Bögen im Erdgeschoss rahmen Ausblicke auf den Hafen und die Stadt ein, und einige der Fenster im Obergeschoss gehören zu Privatwohnungen, deren Bewohner Wäsche aufhängen und Blumenkästen pflegen – ganz ohne Selbstbewusstsein. Der Kontrast zwischen der formal gestalteten Steinkolonnade und den alltäglichen Details darüber ist einer der Gründe, warum sich die Prokurative wie ein echtes Stück Stadt anfühlt und nicht wie eine Kulisse.

Vom nördlichen Ende des Platzes dauert der Spaziergang ins Palasiviertel nur wenige Minuten. Du kannst auch Richtung Nordosten zum Pazar-Markt gehen, der jeden Morgen stattfindet und einer der authentischsten Orte im gesamten Stadtzentrum ist.

⚠️ Besser meiden

Das Marmorphflaster kann nach Regen oder wenn Wasser von den Caféterrassen verschüttet wurde rutschig sein. Flache Schuhe mit gutem Profil sind empfehlenswert, besonders in den überdachten Arkadenabschnitten.

Praktische Informationen für Besucher

Die Prokurative ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich. Es gibt keine Warteschlangen, keine Eintrittskarte und keine Schließzeit. Du kannst um 2 Uhr nachts vorbeikommen – der Platz ist leer, aber zugänglich. Der wichtigste praktische Punkt ist das Wetter: Im Sommer bietet das offene Zentrum zur Mittagszeit keinen Schatten, und obwohl die Arkaden etwas Schutz vor Regen bieten, schränkt ein kräftiger Regenschauer die Möglichkeiten auf dem Platz deutlich ein.

Die Anreise ist unkompliziert. Von der Riva aus gehst du etwa fünf Minuten westwärts entlang der Uferpromenade, und der Platz öffnet sich auf deiner rechten Seite. Stadtbusse bedienen die Riva-Haltestelle, den wichtigsten Verkehrsknotenpunkt für diesen Teil der Innenstadt. Wer mit dem Auto kommt: Parken in der Nähe der Riva ist im Sommer begrenzt und teuer; das Parkhaus Sukoisan oder Straßenparkplätze am westlichen Rand der Innenstadt sind die realistischeren Optionen.

Für einen breiteren Überblick über das Viertel: Der Platz liegt im Bereich Riva und Stadtzentrum, der die Promenade, das Palasiviertel und die Geschäftsstraßen unmittelbar westlich der Altstadt zu einer einzigen begehbaren Zone verbindet.

Hinweis zur Barrierefreiheit: Der Platz ist eine ebene Fläche und für Rollstuhlfahrer bei trockenen Bedingungen weitgehend zugänglich. Allerdings weist das historische Kalksteinpflaster einige unebene Stellen auf, besonders dort, wo der Belag auf die Arkadenkolonnen trifft, und die Bordsteinübergänge zwischen dem Platz und den umliegenden Straßen sind uneinheitlich. Dedizierte Rampen für barrierefreien Zugang sind vor Ort nicht vorhanden.

Fotografie: Was du wissen und mitnehmen solltest

Weitwinkelobjektive sind hier die richtige Wahl. Die Kolonnadenfassaden sind lang genug, dass ein Standard-50-mm-Äquivalent die Flügel abschneidet, wenn du aus der Mitte fotografierst. Stell dich am südlichen Ende auf und fotografiere in Richtung der nördlichen Kolonnade für eine symmetrische Komposition, die beide Flügel im Bild hat. Das frühe Morgenlicht liefert die saubersten Aufnahmen und keine Menschenmassen im Vordergrund.

Nimm im Sommer Wasser mit. Die Arkadenrestaurants verkaufen Getränke, aber günstig sind sie nicht – und der offene Marmorplatz nimmt Hitze auf und gibt sie wieder ab. Etwas Bargeld ist praktisch, wenn du an einem der Terrassencafés sitzen möchtest, da die Kartenakzeptanz bei kleineren Betrieben uneinheitlich ist.

Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Besuch?

Die Prokurative ist keine Hauptsehenswürdigkeit wie der Diokletianspalast oder die Kathedrale des Heiligen Domnius. Wenn du wenig Zeit in Split hast und zwischen diesem Platz und dem Palastkomplex wählen musst, wähle den Palast. Aber wenn du zwei oder mehr Tage in der Stadt verbringst, rechtfertigt die Prokurative problemlos einen dreißigminütigen Besuch – besonders wenn du ihn rund um eine Veranstaltung oder einen Sonnenuntergang planst.

Der Platz dient auch als Orientierungsmarke. Wenn du weißt, wo er liegt, kannst du ihn als westlichen Ankerpunkt nutzen, um dich in der Innenstadt zurechtzufinden – als ungefähre Grenze zwischen Altstadt und moderner Stadt. Kombiniert mit einem Spaziergang entlang der Riva und einem kurzen Blick auf die Gregor-von-Nin-Statue beim Goldenen Tor fügt er sich ganz natürlich in eine längere Wanderroute ein, die das Beste des zentralen Splits in einem halben Tag abdeckt.

Wer seinen Aufenthalt rund um den Veranstaltungskalender der Stadt plant, holt das meiste aus der Prokurative heraus. Schau in unserem Guide Aktivitäten in Split nach, um einen breiteren Überblick darüber zu bekommen, was während deines Reisezeitraums geboten ist.

Insider-Tipps

  • Schau vor deiner Reise auf visitsplit.com nach. Die Prokurative ist im Sommer Schauplatz von Konzerten und Kulturveranstaltungen – ein kostenloser Abendauftritt hier gehört zu den schönsten Erlebnissen in der Innenstadt. Das Programm ändert sich jedes Jahr.
  • Die Wohnungen in den Obergeschossen der Kolonnadenflügel sind echte Privatwohnungen. Wenn du durch die Arkaden gehst und nach oben schaust, siehst du oft ganz normales Alltagsleben hinter den formellen Steinrahmen – ein kleines Detail, das diesen Platz von einer rein touristischen Attraktion unterscheidet.
  • Die Preise unterscheiden sich deutlich zwischen den Terrassentischen in den Arkaden und den Kiosken auf der Riva-Seite. Die Arkadenrestaurants sind etwas teurer, bieten aber deutlich besseren Schutz vor Sonne und Wind.
  • Für die besten Fotos der Kolonnaden komm innerhalb der ersten Stunde nach Sonnenaufgang. Der Platz ist fast menschenleer, die Schatten fallen lang und dramatisch, und der helle Kalkstein leuchtet warm und golden – ein Ton, der bis zum späten Vormittag verschwunden ist.
  • Im Sommer solltest du die Prokurative lieber als Abendausflug einplanen. Der offene Marmorboden wirkt zwischen 11 und 17 Uhr wie eine Hitzefalle und ist ohne Schatten wirklich unangenehm.

Für wen ist Republikplatz (Prokurative) geeignet?

  • Architektur- und Geschichtsbegeisterte, die den Städtebau des 19. Jahrhunderts schätzen
  • Konzert- und Festivalbesucher, die während des Split Music Festival oder anderer Sommerveranstaltungen in der Stadt sind
  • Abendspaziergänger, die eine ruhigere Alternative zur belebten Riva suchen
  • Fotografen, die starke geometrische Kompositionen und gutes Morgenlicht suchen
  • Reisende, die schon zwei oder drei Tage in Split sind, den Palast bereits erkundet haben und die weitere Innenstadt kennenlernen wollen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Riva & Stadtzentrum:

  • Kroatisches Nationaltheater Split

    Das 1893 erbaute und nach einem verheerenden Brand wiederaufgebaute Kroatische Nationaltheater Split ist das kulturelle Herzstück der Stadt — mit rund 300 Aufführungen pro Jahr in einem hufeisenförmigen Rokoko-Saal. Ob du bei einer Opernvorstellung während des Split Summer Festivals dabei bist oder die Fassade bei einem Abendspaziergang bewunderst: Hier begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart auf einer Bühne.

  • Riva-Promenade

    Die Riva-Promenade ist ein 250 Meter langer Weg aus weißem Stein entlang der Südseite des Diokletianpalasts mit Blick auf die Adria. Kostenlos und rund um die Uhr geöffnet, ist sie Splits zentraler Treffpunkt – vom morgendlichen Espresso bis zum spätnächtlichen Beisammensein unter Palmen.